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Der Kuduro-Priester aus Luanda

MC Sacerdote [1] – auf Deutsch übersetzt «Priester» – ist Kuduro-Musiker aus Luanda, Angola. Im Norient-Podcast erzählt er, welche Rolle das Geld in seiner musikalischen Laufbahn spielt: Sacerdote ist einer, der schon früh gelernt hat, sich mit nur wenig davon durchzusetzen. Angefangen hat alles mit Hip-Hop und Gospel. Ein Podcast aus der Norient-Ausstellung Seismographic Sounds [2], produziert von Andónio Madureira und Overvoices von Jay Rutledge.

Zitate aus dem Podcast

#Songtexte
«Kuduro ist für mich wie Conscious Rap, denn in meinen Texten geht es oft um die gesellschaftliche Realität.»

#Geld
«Am Anfang bestand mein Studio nur aus einem Computer und einem Mikro. Um unabhängig zu sein, musste ich alles aus eigener Tasche bezahlen. Leicht war das nie, denn die Musik hat einfach nicht genug abgeworfen. Da wo ich aufgetreten bin, waren viele Künstler aus der Peripherie. Ihnen und mir konnten die Veranstalter immer nur symbolische Beträge bezahlen. Jedenfalls habe ich alles selbst bezahlt. Meine Mutter hat mich unterstützt wo es nur ging – so konnte ich mir überhaupt mein Material leisten.»

#Kuduro
«Kuduro ist für mich Kunst, Rhythmus, Unterhaltung. Das hat mit der Energie der Angolaner zu tun. Die Art zu interagieren, die Kombination aus Rhythmus und Tanz, die Instrumente. Ich bin sicher, auch Leute aus anderen Teilen der Welt können mit Kuduro etwas anfangen. Wenn man Kuduro hört, zuckt es eben einfach in den Füssen.»

#Markt
«Der Markt hier ist sehr schwierig. Diejenigen, die das Zeug dazu haben, die Kultur in Schwung zu bringen, sind leider nicht dieselben wie jene, die im Markt das Sagen haben. Das sind andere Leute mit anderen Interessen. Deswegen ist es für kreative Künstler viel schwieriger bei bestimmten Veranstaltungen aufzutreten und Geld zu verdienen. Aber es gibt genügend Alternativen, wir brauchen immer einen Plan B.»