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Norient Style Filmmaking

Aus der Not, kaum einen Groschen in der Tasche zu tragen, aber sich trotzdem gerne als Filmschaffender zu betätigen, hat Lö Trösenbeck die Norient-Style-Filmmaking-Doktrin entworfen. Folgt ein verarmter, aber leidenschaftlicher Filmemacher diesem kleinen Regelwerk, entstehen meist die wundervollsten Werke. Und so lautet das Regelwerk:

1. Teures Equipment ist sinnlos. Als Norient-Style-Filmemacher begibt man sich gerne in gefährliche Situationen. Teure Mikrofone werden gerne gestohlen. Ab und zu gibt es wüste Schlägereien oder zärtliche Intimitäten, die sich mit kleinen Handycams viel besser filmen lassen als mit schweren Schulterkameras. Und sowieso, die Sonne oder das Neonlicht sind zwar manchmal giftig, dafür aber ehrlicher als Scheinwerfer.

2. Das Schreiben von Filmfördergesuchen sollte weitaus weniger Zeit in Anspruch nehmen als das Rumhängen mit potentiellen Protagonistinnen des Films. Erlaubt ist der Konsum jeglicher Drogen und Getränke sowohl beim Gesuchschreiben als auch beim Rumhängen. Spannend sind Filme aber meistens erst dann, wenn soviel Protagonistenrumhängerei statt gefunden hat, dass alles erzählt wird, auch wenn die Kamera läuft. Eine Produktion kann noch so teuer sein, Vertrauen zwischen Filmemacherinnen und Gefilmten kann nicht gekauft werden.

3. Das Filmteam ist so klein, dass es in einem Fiat Cinquecento Platz findet. Je intimer der filmische Rahmen desto spannender die Geschichten, die erzählt werden. Und ein Fiat Cinquecento bietet optimale Gelegenheit dazu.

4. Voice-Over von einem anonymen Sprecher oder von einer angeheuerten Schauspielerin sind verpönt, denn sie vermitteln den Eindruck, es gebe einen Gott, der alles erklären kann. Wenn es überhaupt
Göttinnen und Götter gibt, dann sind dies die Protagonistinnen und Darsteller. Also soll das Wort nur ihnen gehören.

5. Spass muss sein. Auch im globalen Chaos ist der Witz das schönste Gedicht.

Natürlich dürfen, müssen und wollen die Regeln gebrochen werden. Das wurde von der Norient-Filmcrew auch zuweilen getan, als sie vor gut zehn Jahren den Film Buy More Incense [1] realisierte. Auch die beiden Norient Musikfilm Festivals [2] sind durch die Doktrin inspiriert.

Die ganze Geschichte, wie es zum Norient-Style-Filmmaking gekommen ist und überhaupt wie Norient einen eigenen Namen gefunden hatte, gibt es auf www.troesenbeck.com [3].