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Five Video Clips from Morocco

Esel auf der Strasse, heisse Tajine in versteckten Ecken der Stadt, frisches Brot und selbst gemachte Säfte im Kiosk an der Ecke, Schlangenbeschwörer auf dem zentralen Platz Djema El Fnaa in Marrakech, kleine Kräuterläden mit magischen Ingredienzien in der Medina von Fez und Nomaden in der Wüste. Daneben moderne Kunst-Galerien und Shoppingmalls im neuen Viertel Gueliz, Golfplätze in Essaouira, grosse Autos der marokkanischen Oberschicht auf den Strassen, die die Esel beiseite drängen, und immer wieder das Bild vom König Mohammed VI.

Noch vor 15 Jahren war weder moderne Musik in Marokko erlaubt, noch freies Gedankengut und eigenständiger kreativer Ausdruck. Das macht sich auch heute noch bemerkbar. Das Land schwebt zwischen Moderne und Tradition, zwischen östlichen und westlichen Einflüssen, zwischen traditioneller marokkanischer Musik und modernen Stilen wie HipHop, Reggae und Dubstep.

1.
Artist: Soultana [1]
Track: Sawt Nssa

Soultana aus Rabat ist eine der wenigen Rapperinnen in Marokko, die noch dazu kein Blatt vor den Mund nimmt. Besonders richtet sich ihr Augenmerk hier auf die Frauenrechte, die in der marokkanischen Gesellschaft noch oft hinten anstehen. «Sawt Nssa» handelt vom heuchlerischen Verhalten reicher muslimischer Männer gegenüber Prostituierten.

2.
Artist: Oum [2]
Track: Taragalte

Oum el Ghaït Benessahraoui ist offiziell die kulturelle Botschafterin von Marokko. Ihr Name Oum el Ghaït stammt aus der Sahara, wo er Mädchen, die bei Regen geboren wurden, gegeben wurde. Ihre grosse Liebe gilt dem Jazz, mit dem sie Soul, marokkanische Gnaoua und bedouinisches Hassanie aus der Sahara verbindet, in der sie ihre Wurzeln hat. Ihre Lieder handeln vom Leben, von ihrem Land und der Liebe.

3.
Artist: Hoba Hoba Spirit [3]
Track: Ma Ajebtinich

Hoba Hoba Spirit stammt aus Casablanca und hat den Namen ihrer Band einem Song von Bob Marley zu verdanken. Musikalisch vermischt Hoba Hoba Spirit traditionelle Gnaoua Musik (die Musik der ehemals schwarz-afrikanischen Sklaven) mit Rock und Reggae. Ihre Texte sind hauptsächlich in Darija, dem marokkanisch-arabischen Dialekt, und Französisch. Die Band gewann unter anderem drei Awards bei den Mghrib Music Awards 2007 und spielte auf allen grossen Festivals in Marokko. Der Song «Ma Abjetinich» ist offizieller Soundtrack für den Film Kanyamakan, der 2014 erschienen ist, und beschreibt kritisch die Probleme in Marokko durch die Darstellung verschiedener Persönlichkeiten.

4.
Artist: Darga [4]
Track: Resisdance

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Darga, dessen Name Kaktus bedeutet, ist ebenfalls eine Fusion Band aus Casablanca, die neben traditoneller Ganoua Musik und Raï auch westliche Stile, wie Reggae, Ragga, Dub, Ska und Rock mit einfliessen lässt. In ihren Texten kritisieren sie die soziale Lage im Land, bei der das individuelle Wohl der Bürger hinter dem Wohl der Oberschicht steht. Besonders Jugendliche identifizieren sich mit der Band, da Darga auch die Grenzen der kreativen Freiheit in Marokko anspricht.

5.
Artist: Darija Tech [5]
Track: Audio Visual Experience (Teaser)
Visuals: Mustapha El Amraoui (Contakt VJ)

Darija Tech wurde als Projekt 2013 von Anne Haack [6], DJ aus Berlin, und Mustapha El Amraoui (Contakt VJ), Visual Artists aus Casablanca, gegründet, um eine Brücke zwischen marokkanischer Tradition und westlichen modernen technischen und elektronischen Einflüssen zu schlagen. In Marokko existiert beides nebeneinander, zum einen moderne Parties mit elektronischer Musik und VJs, zum anderen traditionelle Festivals und Konzerte. Darija Tech verbindet nun beide Komponenten und zeigt auf, dass Tradition und Moderne, Osten und Westen genauso zu einem Gesamtkonzept verwoben werden können.