Der Handel mit anderen europäischen Ländern. Die Aufnahme von Flüchtlingen. Der Transitverkehr. Das sind historisch gesehen, die Traditionen der Schweiz. Das Alphorn, das „Schwyzer Örgeli“ oder - ganz generell – die Festivals der Schweizer Volksmusik hingegen nicht. Sie sind moderne Errungenschaften der Schweiz.
In Interlaken findet vom 16. bis am 19. Juni 2011 das Eidgenössische Jodlerfest statt. Für norient ein Grund, einen kritischen Blick auf die Schweizer Volksmusik zu werfen.
Norient hat den Musikethnologen und Volksmusikspezialisten Dieter Ringli getroffen. Der folgende Bericht wurde auf Radio Bern RaBe ausgestrahlt:
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10’000 Jodlerinnen und Jodler treffen sich in Interlaken. Im Vordergrund steht die Freude am Gesang. Es geht aber auch darum, im Jodel-Wettbewerb zu bestehen. Norient ist der Geschichte nachgegangen, wie es zu diesem Wettbewerb gekommen ist. Dieser Bericht wurde auch auf Radio Bern RaBe gesendet:
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Trailer vom Film “Ur-Musig” von Cyrill Schläpfer:
Link zum Eidgenössischen Jodlerfest.
Link zu den norient-Artikeln von Dieter Ringli.
Das Gespräch mit Dieter Ringli fand im Rahmen des Norient Projekts Sonic Traces: From Switzerland statt.











[...] kehrt hier zurück, wo sie letztlich herkommt, wie der Musikethnologe und Volksmusik-Experte Dieter Ringli in einem einführenden Referat feststellte: «Volksmusik war einst Tanz und Unterhaltungsmusik. Die [...]
[...] Cruz, Bern > Jonas Kocher, Biel > Reverend Beat-Man, Bern > Round Table Knights, Bern > Dieter Ringli, Aathal-Seegräben > Kara Sylla Ka, Genf > Yang Jing, Aarburg > Wael Sami, Bern > [...]
[...] Mit dem Niedergang der in der Folge der Französischen Revolution im Chaos versinkenden Helvetik sollten in der sich wieder erholenden föderalen Vielfalt der Schweiz das Nationalgefühl und der gesamtschweizerische Selbstwert nachhaltig gestärkt werden. Zudem musste der eingebrochene Tourismus wieder angekurbelt werden. Es war das Jahr 1805, als man bei Interlaken auf der Burgwiese zu Unspunnen das erste «Fest der schweizerischen Alphirten – zu Ehren des Alphorns» veranstaltete. Den Initiatoren ging es darum, die alten Spiele und Wettkämpfe wie das Steinstossen und das Schwingen wiederzubeleben, also etwas zu reanimieren, was es offensichtlich nicht mehr gab. Die gezielte Einführung des vorher in der Schweiz nur marginal vorkommenden Alphorns zeigte gewisse Früchte, auch wenn es zunächst eher als touristisches Bettelinstrument zum Einsatz kam, was der beabsichtigten folkloristisch-repräsentativen Wirkung eher entgegenlief. Nicht viel anders erging es dem Jodeln. Der erst im 19. Jahrhundert geprägte Begriff dieser universellen Stimmkultur wurde ursprünglich nur mit Tirol in Verbindung gebracht. Heute sind das Jodeln wie auch das Alphorn bestimmende Bestandteile der Schweizer Volkskultur. (siehe dazu auch Podcast mit Dieter Ringli auf norient.) [...]