Die Genfer Musikerin Kate Wax ist in Europa und Japan bekannter als in der Schweiz. Mit «Dust Collision» ist ihr ein eigenständiges Konzeptalbum gelungen. Norient hat sie und ihren Bassisten Raphaël Rodriguez vor einem Konzert in Bern getroffen.
Der Text steht immer am Anfang, wenn sie einen neuen Track in Angriff nimmt, erzählt Aisha Devi Enz aka Kate Wax im Interview. Jedes Wort soll sitzen, keine Wendung zu viel sein. Dann produziert sie einen Beat, komponiert die Hauptmelodie auf dem Synthesizer. Sie singt sich in Trance: schreit, singt und flüstert ins Mikrofon und schneidet alles mit. In ihrer breiten Bibliothek stöbert sie Sounds und Geräusche auf, die sie in den letzten Jahren mit analogen und digitalen Synthesizern, Drum-Machines und Softwares produziert hat. So finden neue Sounds und Geräusche in den Track. Kate Wax manipuliert Ausschnitte ihres Gesangs, setzt sie weit in den Hintergrund, fügt Hall hinzu, oder verfremdet sie mit allerlei Effekten.
Ungefähr so entstehen sie, diese vielschichtigen Track-Montagen auf der CD «Dust Collision». Die Kunstfigur Kate Wax singt mehrstimmig über Ambient-Flächen, vielseitige Synthesizer-Ornamente, erdige Beats und Geräusch-Texturen. Experimenteller Pop ist das, irgendwo zwischen der Präzision des Teilchenbeschleunigers CERN in Meyrin (laut Kate Wax eine Inspirationsquelle für das Albumkonzept) und dem chaotischen Wirbeln von Staub in der Wohnstube.
«Diese Produktion war wie eine lange Reise durch einen dunklen Tunnel», erzählt die Musikerin: «Ich habe mich komplett abgeschnitten von der Welt. Ich brachte meine Tochter in den Kindergarten und vergrub mich dann im Studio. Ich bin eine moderne Einsiedlerin. Ausser auf Tourneen sehe ich niemanden.»
Podcast (14’47) (mit dem Lupophon im Hintergrund)
Ihre Musik setzt Kate Wax in aufwendigen Visualisierungen um. In ihren Videoclips wirbeln Staubpartikel und Buchstaben herum. Live werden die Punkte von Niels Wehrspann (vom Genfer Graphikbüro Schönherwehrs) auf ihren Körper projiziert, oder sie sammeln sich auf dem T-Shirt ihres argentinischen Bassisten Raphaël Rodriguez und verformen sich bald zum Konterfei der Leadmusikerin.
Aisha Devi Enz, halb Schweizerin, halb Tibeterin, lebt und arbeitet vor allem in internationalen Netzwerken. Oft ist sie mit dem britischen Techno-Musiker James Holden unterwegs, der ihre CD auch gemastert und auf seinem Label «Border Community» herausgegeben hat.
«Die Kunstfigur Kate Wax und Aisha Devi Enz verschmelzen immer mehr», sagt die Musikerin. Musik ist für sie beides: Flucht aus der Welt, und Verbindung mit der Welt. «Ich verstecke mich hinter meiner Musik, und ich sage mit ihr alles über mich».
We are dust, we are lovers
The night loves heroes, heroes like us
Night loves, I have shivers
We are dust and kids of the universe
UniverseI’m a dog
I’m your skin walker
I lick your breath
I’m your hot body hunterI want nothing, nothing
We are dust, we are lovers
The night loves heroes like us
The night loves, I have shiversCome on steal my inside
Heal my body
I play the bride, a sage bride
Your skin is me….
Sonic Traces: From Switzerland
Das Gespräch mit Kate Wax fand im Rahmen des Norient Projekts Sonic Traces: From Switzerland statt.










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