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		<title>Breakdance in Bagdad</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 07:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Milluzzi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fünf junge Männer, ein Ghettoblaster und eine Leidenschaft für Breakdance. Eine Tänzer-Crew aus Bagdad erzählt vom HipHop, der Liebe zu Michael Jackson und dem Alltag in einer Stadt, in der junge Leute versuchen, Orte für sich zu erkämpfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Fünf junge Männer, ein Ghettoblaster und eine Leidenschaft für Breakdance. Eine Tänzer-Crew aus Bagdad erzählt vom HipHop, der Liebe zu Michael Jackson und dem Alltag in einer Stadt, in der junge Leute versuchen, Orte für sich zu erkämpfen. Eine Reportage mit Fotos von Linda Dorigo.</code></p>
<p><div id="attachment_13761" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/02_DorigoKLEIN.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/02_DorigoKLEIN.jpg" alt="" title="Baghdad, Hip hop group" width="605" height="402" class="size-full wp-image-13761" /></a><p class="wp-caption-text">Die Power Group in der Innenstadt von Bagdad (© Linda Dorigo)</p></div><br />
&nbsp;<br />
Tanzen im Schatten der Shahrazad. Es klingt wie der Titel einer der Geschichten aus «Tausendundeine Nacht», aber an diesem Freitagnachmittag ist es eine Breakdance-Crew, die auf dem Platz mit Sicht auf den Tigris auftritt, zwischen der Statue der Märchen erzählenden Prinzessin und der des Sultans. Es ist Feiertag und der Platz befindet sich mitten im Stadtzentrum. An Zuschauern wird es heute vermutlich nicht fehlen, was allerdings eher für Anspannung sorgt. Den Betonboden haben die Tänzer für die Gelegenheit nass gemacht, einer nach dem anderen treten sie vor und zeigen ihre Moves. Kleider, Schuhe, Basecaps und sogar der alte Ghettoblaster sehen aus, als würden sie aus der Requisitenkiste von «Do the Right Thing» von Spike Lee stammen.</p>
<p>Das ist die Power Group, die sich selbst als «die bekannteste Breakdance-Crew» im Irak bezeichnet. Azher (Speedy), Ramey (Dance), Adel, Yasser, und Ahmed sind stolz, ausländische Journalisten zu ihrem Publikum zu zählen, sie stürzen sich vor die Kamera, sie wollen ihr eigenes Märchen aus dem Nahen Osten erzählen. Ihre Geschichte beginnt vergangenes Jahr, als Azher auf einer Weihnachtsfeier Adel tanzen sieht. Die beiden entdecken, dass sie eine gemeinsame Leidenschaft haben, es entstehen eine Freundschaft und ein Projekt. Und jetzt stehen sie hier mit den weiteren Dreien, die sich der Gruppe später angeschlossen haben. «Seit zehn Jahren tanze ich zu HipHop vor dem Spiegel und versuche, mich zu verbessern. Ich habe es selbst gelernt, in meinem Zimmer», erzählt Azher. «Dann hatten wir die Gelegenheit, eine Gruppe zu gründen, aber wir sind zuerst Freunde und dann eine Tanz-Crew.» Azher, mit seinen 25 Jahren der Älteste der Gruppe, ist außerdem ziemlich sicher: «Wir sind die Besten unter denjenigen, die in Bagdad irgendwas mit HipHop machen.» Der 16jährige Ahmed, der jüngste unter den Breakdancern, zeigt sich auch sehr selbstbewusst: «Wir haben es drauf», so einfach sei das.</p>
<p><strong>Breakdance als Wagnis</strong></p>
<p>Aber der Alltag in der irakischen Hauptstadt nach zehn Jahren Krieg und nach dem Abzug der US-amerikanischen Truppen im Jahr 2011 bietet alles andere als eine entspannte Atmosphäre, in der sich junge Künstler entwickeln können. «Oft sind wir zusammengeschlagen, festgenommen oder verhaftet worden, einfach weil wir in der Öffentlichkeit getanzt haben», erzählt Adel. «Die haben gesagt, wir würden den Islam beleidigen und die arabischen Sitten verletzen. Die sagten sogar, wir seien Amerikaner und schwul», lacht er. «Aber uns ist das egal. Uns interessiert nur der HipHop. Das, was wir machen, kennen die meisten Leute hier nicht, deshalb halten die uns für Freaks.»</p>
<p>Die Anspannung, mit der die fünf Jungs aufgrund ihrer Leidenschaft für den HipHop und das Tanzen täglich leben müssen, sieht man ihnen auch an diesem friedlichen Freitagnachmittag deutlich an. Jeder Passant, der neugierig anhält, könnte ein potentieller Informant der Polizei oder ganz einfach ein frommer Bürger sein, der sich von dem, was er sieht und hört, «beleidigt» fühlt. Daher wird jeder der Herumstehenden erst einmal misstrauisch gemustert, jedes abbremsende Auto auf dem nahen Highway bedeutet eine potentielle Kontrolle. «Keine Sorge, das sind Verkehrspolizisten, die können uns nichts antun», sagt Azher. «Es ist sowieso unmöglich vorauszusehen, wann jemand kommt, um dich zu kontrollieren. Ich habe es gelernt, als ein Bulle mir die Nase brach, weil ich auf der Straße tanzte.»</p>
<p><div id="attachment_13762" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/01_DorigoKLEIN.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/01_DorigoKLEIN.jpg" alt="" title="Baghdad, Hip hop group" width="605" height="402" class="size-full wp-image-13762" /></a><p class="wp-caption-text">Die Power Group am Abend in Bagdad (© Linda Dorigo)</p></div><br />
&nbsp;<br />
<strong>Fernweh und Wirklichkeit</strong></p>
<p>An dieses Risiko haben sich die fünf Tänzer inzwischen gewöhnt, aber auch für alle anderen Bewohner und Besucher Bagdagds ist Vorsicht im Alltag geboten. Immerhin ist Bagdad eine Stadt, in der alle 500 Meter ein Checkpoint steht und es immer ratsam ist, zu wissen, wem der Boden, auf dem man sich gerade befindet, gehört, und welche Regeln zu befolgen sind. Denn man muss kein Verbrecher sein, um Opfer einer Schikane durch die Polizei zu werden, oft reicht es, wenn man auf der falschen Liste landet.<br />
Der irakischen Verfassung zufolge soll die Gesetzgebung demokratisch sein und dem «islamischen Gesetz» folgen – ein nicht auflösbarer Widerspruch. Im Alltag versuchen Staat und religiöse Milizen die Verbote und Vorschriften der Sharia durchzusetzen. Daher gilt der Import von Trends aus der «westlichen Welt» als Todsünde.</p>
<p>«Aber ich fühle mich als Brite, nicht als Araber», sagt Adel. «Ich mag alles an der britischen Kultur und gar nichts an unserer.» Warum ausgerechnet Großbritannien? «Meine Eltern haben dort viele Jahre gelebt. Dann wurde mein Vater krank und sie beschlossen, zurückzugehen. Mit dem, was ich mache, hat meine Familie überhaupt kein Problem», sagt er stolz und verrät seinen Traum: «Ich will auch dahin eines Tages. Bald. Mein Onkel wohnt immer noch dort. Ich liebe alles an Großbritannien, ich bin kein Araber.» Der junge Tänzer hat Bagdad bisher noch nie verlassen. Auch Azher erzählt, dass er sich nicht vor der Familie verstecken muss, wenn es ums Tanzen geht. «Ganz im Gegenteil, mein Vater hat sich darüber gefreut. Vor Jahren hat er versucht, eine Erlaubnis zu bekommen, um nach Belgien auszuwandern. Er bekam sie nicht, deshalb hofft er, das wenigstens ich meinen Traum verwirklichen kann.» Denn auch er hat einen Wunsch: bloß weg hier.</p>
<p>Der Alltag in Bagdad, wo man fast ausschließlich vollverschleierte Frauen sieht, wo Rap und HipHop als «teuflische Musik» gelten, wo junge Menschen ihre Sexualität verleugnen und verstecken müssen, ist sehr weit entfernt von den Träumen dieser jungen Iraker, die es trotz ihres unbestreitbaren Talents vermutlich sehr schwer haben werden, sich als Künstler zu entwickeln. Im Gegensatz zu den Älteren der Gruppe hatten die Jüngeren bereits mit ihren eher traditionellen Familien Probleme, als sie sich als Tänzer «outeten». Ramey erzählt, wie er Breakdance und HipHop kennengelernt hat: «Ich habe die Jungs hier einmal tanzen sehen und dachte, das könnte auch was für mich sein. Ich habe Videos aus dem Internet heruntergeladen und habe in meinem Zimmer so lange geübt, bis ich ein paar Moves konnte», erzählt er, «aber heimlich, wenn niemand zu Hause war, ansonsten bin ich ins Fitnessstudio gegangen.» Ramey sagt, dass er zu Hause die CDs mit der «Satan-Musik» hören oder die «amerikanischen» Kleider tragen darf.</p>
<p><strong>«The king» schwebt über allem</strong></p>
<p>Die Power Group ist aber nicht eine bloße Imitation US-amerikanischer Vorbilder. Die Fünf tragen keine Baggy Pants, Basecaps oder die kitschigen Goldketten, die Gangsta-Rapper in den neunziger Jahren trugen. «Damit kannst du in Bagdad nicht so einfach herumlaufen», sagt Azher lachend, «da würden wir einen Riesenärger kriegen. Aber uns interessiert dieser Schnickschnack nicht, nur die Musik ist wichtig.»</p>
<p>Nach dem Ende des Ba’ath-Regimes und der strengen kulturellen Zensur sind die Ikonen des US-amerikanischen HipHop auch der Jugend von Bagdad bekannt geworden. Auch für die Tänzer der Power Group sind 50 Cent, Eminem und Tupac Shakur Vorbilder. Allerdings finden sie trotz der Bewunderung den Lifestyle vieler Rapper aus den USA nicht in Ordnung. «Das Gangster-Leben finden wir nicht attraktiv», sagt Azher. Diejenigen, die aus liberalen Familien stammen, haben in ihren Zimmern Poster von Beyoncé und sie treffen sich mit Freunden, um das Live-Konzert von Britney Spears anzusehen. Unter all den musikalischen Idolen gibt es einen, der über allen anderen steht: Michael Jackson, den sie einfach nur «the king» nennen. «Als ich das Video von ‹Smooth Criminal› zum ersten Mal gesehen habe, war ich acht Jahre alt, es traf mich wie ein Blitzschlag», erzählt Adel.</p>
<p><a href="http://norient.com/de/stories/breakdance-bagdad/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Es geht ihnen nicht nur um die Musik und um den Tanz, sondern auch um den Menschen Michael Jackson. Wenn es um ihren König geht, fangen alle fünf plötzlich sehr laut zu reden an, als wollten sie zeigen, wer ihn am meisten liebt. Von den Skandalen um die Person Michael Jackson wollen sie nichts wissen: «Als er gestorben ist, haben wir geweint und tagelang schwarze Kleider getragen», sagt Adel, «und wir reden nicht mehr mit Leuten, die Schlechtes über ihn sagen.» Für ausländische Reporter ist das durchaus als Botschaft zu verstehen. </p>
<p>Für diese jungen Iraker wird es sehr schwer sein zu erreichen, dass die Menschen in ihrem Land «ihre» Musik verstehen und lieben. «Wir haben eine Show für NBC gemacht, und wir haben im Sheraton mit den Leuten der Tanzakademie aus Dohuk (einer der größten Städte in Irakisch-Kurdistan, Anm. d. Red.) getanzt», erzählt Azher. «Alle fanden uns gut, obwohl ich nicht glaube, dass die richtig begriffen haben, was wir machten. Nach diesen Auftritten ist aber alles beim Alten geblieben», sagt er enttäuscht.</p>
<p><strong>Kleine Spielräume der Bohème</strong></p>
<p>Von einer Rückkehr zu Normalität nach dem Abzug der US-amerikanischen Truppen kann man im Irak nicht sprechen. Schon der Begriff «Normalität» erscheint nach 30 Jahren Diktatur und mehreren Kriegen wenig angebracht. Das Land ist in Einflusszonen geteilt: die Schiiten im Süden, die Sunniten in der Mitte und die Kurden im Norden, aber die Konflikte zwischen den religiösen Gruppen brechen immer wieder aus. Armut, religiöser Fundamentalismus und die Angst, bei einem Terroranschlag getötet oder verletzt zu werden, bestimmen den Alltag. Trotzdem gibt es auch in Bagdad angesagte Orte, an denen sich die junge Generation zwischen 20 und 30 trifft und versucht, sich künstlerisch auszudrücken. Zum Beispiel alte, verlassene Theater und Häuser, die noch aus der osmanischen Zeit stammen.</p>
<p>Das alte Haus des Ersten Gouverneurs ist ein solcher Ort: Ein dreistöckiges Gebäude aus Stein am Ufer des Tigris, in dem sich eine Theatergruppe gegründet hat, die dort für ihre Aufführungen probt. Das Restaurant im Garten des alten Hauses ist ein guter Ort, um nach zwei Stunden Breakdance-Performance weiter zu plaudern. Die fünf jungen Tänzer kennen die Schauspieler, die sich dort treffen: «Wir Künstler in Bagdad sind irgendwie alle miteinander befreundet», sagt Azher schmunzelnd. «Nach Feierabend proben wir in der Regel ein bisschen und dann kommen wir hierher, um etwas zu trinken oder Leute zu treffen.» Denn zumindest die Älteren in der Gruppe müssen neben dem Tanzen auch ihren Lebensunterhalt verdienen und womöglich auch daran denken, die eigene Zukunft zu sichern. So arbeitet Adel neben dem Jura-Studium in einer Bäckerei. «Ich will irgendwann nach Amerika und muss davor richtig gut Englisch lernen. Aber das tue ich sowieso durch den HipHop», sagt er. Ramey geht auf ein College, Azher jobbt als Bedienung in einem Fast-Food-Restaurant und Yasser ist Fischer.</p>
<p>Mit gerade einmal 20 Jahren eine Stelle mit festem Gehalt zu haben, ist keine übliche Sache in Bagdad. Denn neben den informellen Jobs, mit denen viele Leute versuchen, über die Runden zu kommen – etwa Taxifahrer und Wasserverkäufer im Straßenverkehr, der die einzig wirklich teuflische Sache in der irakischen Hauptstadt ist – gibt es in Bagdad kaum Möglichkeiten zu arbeiten. Eine Festanstellung, etwa im öffentlichen Sektor, ist etwas Unerreichbares, es sei denn man kennt die richtigen Leute in den richtigen Ämtern. Diese Art von «Normalität» streben die fünf Tänzer der Power Group sowieso nicht an, in diesem Punkt sind sich alle einig. Sie begreifen sich als Künstler und wissen, dass sie privilegiert sind. Sie haben, wenn auch nicht alle, tolerante Familien und eine Arbeit. Und sie haben eine Leidenschaft. «Wir hängen nicht herum wie viele andere in unserem Alter», sagt Azher.</p>
<p>Der große Traum ist und bleibt der Westen: Großbritannien, die USA. Aber zunächst müssen sie in Bagdad bleiben und auch hier, meint Azher, gibt es Dinge, die man sich wünschen kann: «Einen Proberaum zu haben, das wäre toll. Wir brauchen einen Ort, wo wir entspannt tanzen können, nicht nur auf der Straße, wo wir jeden Tag fürchten müssen, beleidigt, verprügelt oder festgenommen zu werden.»</p>
<p>Übersetzung: Federica Matteoni</p>
<p><strong>___________________________________________________________________________________________________________________________________</strong></p>
<p>Diese Reportage ist zuerst erschienen in der Wochenzeitung <a href="http://jungle-world.com">Jungle World</a> Nr. 6/2013. </p>
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		<title>«Das ist ein wenig heile Welt hier»</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 04:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theresa Beyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Gemeinde Entlebuch im Kanton Luzern wird Volksmusik in zahlreichen Musikvereinen und in 17 Jodelklubs gepflegt. Einer davon ist der 1932 gegründete Jodelklub Schüpfheim, der seit 1984 von Bernadette Roos-Stadelmann dirigiert wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>In der Gemeinde Entlebuch im Kanton Luzern wird Volksmusik in zahlreichen Musikvereinen und in 17 Jodelklubs gepflegt. Einer davon ist der 1932 gegründete <a href="www.jkschuepfheim.ch">Jodelklub Schüpfheim</a>, der seit 1984 von Bernadette Roos-Stadelmann dirigiert wird. Ich treffe Bernadette beim Bäcker in der Schüpfheimer Migros - im Hintergrund piepen die Kassen. </code></p>
<p><div id="attachment_13728" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/jk2.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/jk2.jpg" alt="" title="jk2" width="605" height="401" class="size-full wp-image-13728" /></a><p class="wp-caption-text">Gruppenfoto vom Jodelklub Schüpfheim (Quelle: www.jkschuepfheim.ch)</p></div><br />
&nbsp;<br />
<em><br />
Frau Roos-Stadelmann, was ist an Ihrem Jodelklub besonders?</em></p>
<p>Unser Club besteht momentan aus 27 Leuten, darunter drei Frauen, der Rest sind alles Männer. Und ich bin einfach die Leiterin und jodle mit. </p>
<p><em>Seit wann dürfen denn auch Frauen mitsingen?</em></p>
<p>Seit ich dabei bin. Ich war die erste Frau, die 50 Jahre nach der Gründung des Chores eingetreten ist. Die beiden anderen sind vor neun und vor drei Jahren dazugekommen. Da ich ja dirigiere und gleichzeitig mitsinge, können sie mich gesanglich ein wenig entlasten und die Soloparts mit mir teilen.</p>
<p><em>Wie war das damals für Sie als Frau zu diesem Chor zu stossen?</em></p>
<p>Es gibt heute noch Jodelklubs, die nur aus Männern bestehen, sie müssen das partout so beibehalten. Aber man hat einfach gemerkt, dass die Männerstimmen dem Jodel nicht genügen. Als ich damals nach Schüpfheim geheiratet habe, war mein Mann schon im Chor. Er hat mich gefragt, ob ich mitkommen möchte. Ich war vorher schon in Escholzmatt in einem Jodelchor und habe dort auch mit 17 schon einen geleitet. Mit dieser Ausbildung war klar, dass ich eine gute Jodlerin bin und so durfte ich mitmachen. </p>
<p><em>Gab es Proteste?</em></p>
<p>Nein. Ich wurde sofort akzeptiert.</p>
<p><em>Weil Sie durch Ihre Erfahrung Respekt bekamen?</em></p>
<p>Ja, und für mich war dann auch die Bestätigung wichtig, dass der Chor seit meiner Mitgliedschaft sein Niveau gehalten hat und sogar noch ein bisschen besser wurde. Das beweisen die Jodlerfeste, da haben wir nämlich immer die Höchstnote bekommen.</p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/jk-schuepfheim/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><em>Wie sind Sie denn zum Jodeln gekommen?</em></p>
<p>Meine ganze Familie hat immer schon gejodelt. Mein Bruder leitet ungefähr vier Chöre, der andere Bruder im Kanton Bern zwei. Ich bin da einfach so reingerutscht. Und dann habe ich einige Jahre mit meinen Geschwistern im «Äschlismatter Jodlerterzett» gesungen, wir waren in der Schweiz ziemlich bekannt.<br />
<em><br />
Wenn Sie die 29 Jahre, die Sie den Chor leiten überblicken, was ist Ihr Verdienst?</em></p>
<p>Es ist schön, dass ich immer noch bei meinen Jodlern akzeptiert bin als Leiterin und dass man bei mir keine Ermüdungserscheinungen merkt. Ich bin mit diesem Klub gewachsen und finde auch, dass wir eine tolle Kameradschaft haben, unterdessen auch mit sehr viel jungen Leuten. Dass wir so viel Nachwuchs haben zeigt, was ja in der Stadt und in der Agglomeration sehr schwierig ist, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. </p>
<p><em>Wenn sich jemand Neues anmeldet, was muss er oder sie mitbringen? </em></p>
<p>Es gibt Leute, die meinen, man müsste jodeln können. So ist das aber nicht. Man muss vor allem singen können. Wir haben ja nur wenige Jodler, aber die vier Gesangsstimmen müssen auch irgendwie besetzt werden. Bei einem Vorsingen entscheide ich dann, welche Stimmlage der Bewerber hat und teste, ob er ein gutes Musikgehör hat.   </p>
<p><em>Was hält Ihren Klub ausser dem gemeinsamen Singen zusammen?</em></p>
<p>Wir organisieren Jodelkonzerte und an der Alpabfahrt führen wir eine Beiz. Und da ist einfach jeder da und hilft. Auch neben dem Singen halten wir wie Dick und Dünn zusammen.<br />
<em><br />
Das klingt nach absoluter Idylle&#8230;</em></p>
<p>Ich muss wirklich sagen, das ist ein wenig heile Welt hier. Ich denke auch, dass der Gesang gut ist, wenn die Kameradschaft gut ist. </p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/jk-schuepfheim/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><em>Sie sind ja auch Jurorin beim Eidgenössischen und beim Zentralschweizerischen Jodlerverband. Wie beeinflusst das Ihre Arbeit als Dirigentin?</em></p>
<p>Immer positiv, eigentlich. Es motiviert meinen Chor, sich bei den Jodlerfesten zu messen und ich finde es auch schön, wenn ich als Jurymitglied einen guten Chor präsentieren kann. Wir sind stolz auf unsere Erfolge beim Eidgenössischen Jodelfest, aber es gibt nicht nur den Wettbewerb, alles andere muss auch Platz haben. </p>
<p><em>Als Jurymitglied haben Sie ja auch einen guten Überblick über die schweizerische Jodelszene. Welche Tendenzen stellen Sie fest? </em></p>
<p>Gesamtschweizerisch sieht man, dass die Zentralschweiz auf einem sehr hohen Niveau ist gegenüber dem Kanton Bern oder auch gegenüber der Ostschweiz – da ist auch am meisten Nachwuchs. Die Lieder oder die Art zu jodeln, das gleicht sich allerdings seit langer Zeit. </p>
<p><em>Welche Stücke wählen Sie denn für Ihren Chor aus?</em></p>
<p>Ich schaue immer, dass uns ein Lied einfach liegt. Wir singen gerne Lieder des Komponisten <a href="http://www.ejdkv.ch/komponisten/fellmann.html">Robert Fellmann</a>. Es sollen Stücke sein, die anspruchsvoll sind und auch ein wenig fordern, gerade für die Jodelfeste.</p>
<p><div id="attachment_13729" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/jk1.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/jk1.jpg" alt="" title="jk1" width="605" height="401" class="size-full wp-image-13729" /></a><p class="wp-caption-text">Der Jodelklub Schüpheim bei Konzert und Theater April 2013</p></div><br />
&nbsp;<br />
<em>Greifen Sie denn auch ein in die Kompostionen?</em></p>
<p>Nein, das darf man nicht.</p>
<p><em>Warum nicht?</em></p>
<p>Wenn ein Komponist etwas geschrieben hat, dann soll man das so singen, wie er es wollte, das kann ich nicht einfach ändern. Sonst komponiere ich doch gleich selber.</p>
<p><em>Komponieren Sie selbst?</em></p>
<p>Nein.</p>
<p><em>Wieviel neue Stücke lernen sie denn pro Jahr mit Ihrem Chor?</em></p>
<p>Das ist ganz unterschiedlich. Jetzt für das letzte Konzert haben wir vier neue gelernt. Aber wir haben zum Teil auch Stücke gespendet bekommen.</p>
<p><em>Was heisst das genau?</em></p>
<p>Da sagt einer, er will uns einfach ein Lied spenden, zum Beispiel das «Luzerner Land bhüet Gott». Wir kaufen das Lied dann beim Notenverlag und der Spender bezahlt es.</p>
<p><em>Sie haben vor 10 Jahren eine neue Tracht bekommen. Können Sie mir ein bisschen was darüber erzählen?</em></p>
<p>Das ist die <a href="http://www.trachtentanzgruppe.ch/joomla/images/stories/my/trachten/ebuch-festtag-oben.jpg">Entlebucher Festtagstracht,</a> sie gehört einfach zu unserem Verein. Früher trug ich immer die vom obereren Amt, jetzt habe ich aber nur noch die vom unteren Amt, weil sie einfacher zu tragen ist. Und jetzt hat der Klub uns noch eine Tracht gekauft, damit wir drei Frauen alle gleich aussehen. Das ist die <a href="http://www.jkbl.ch/trachten.htm">Gotthelftracht</a>. Gerade an den Jodelfesten ist die korrekte Tracht ja auch ein Thema.</p>
<p><div id="attachment_13735" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/jk3.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/jk3.jpg" alt="" title="jk3" width="605" height="369" class="size-full wp-image-13735" /></a><p class="wp-caption-text">Bernadette Roos-Stadelmann in der Gotthelftracht (2012)</p></div><br />
&nbsp;<br />
<em>Was heisst korrekte Tracht?</em></p>
<p>Es muss einfach stilecht sein. Zu einer Tracht gehören keine roten Schuhe, eine Männertracht braucht schwarze Schuhe. Da kann man nicht einfach mit roten Schuhe kommen, das geht gar nicht. Und dann gehört eine Krawatte dazu.<br />
<em><br />
Das Entlebuch ist ja <a href="http://www.biosphaere.ch/de/welcome.cfm">UNESCO-Biosphäre</a>, die geschützt wird. Finden Sie, dass auch die Musik hier geschützt werden sollte?<br />
</em><br />
Nein, denn ich habe nicht unbedingt Angst, dass das irgendwie aus dem Ruder laufen könnte. Musik muss nicht geschützt werden. Die ist geschützt, daran gibt es eigentlich nichts zu rütteln.</p>
<p><em>Was bedeutet Heimat für Sie?</em></p>
<p>Die Heimat ist für mich einfach dort, wo ich verwurzelt bin, dort, wo ich wohne, wo ich mich bewege, wo ich meine Hobby pflege, wo ich mich wohl fühle. Und ich bin natürlich der bodenständige Typ, ich bin nicht gerne lange auswärts.</p>
<p><em>Haben Sie dann Heimweh?</em></p>
<p>Als junges Mädchen war ich mal ein Jahr in Marseille, ich bin fast gestorben (lacht), da hat mir das alles gefehlt. Da haben mir meine Leute gefehlt, da hat mir meine Mutter gefehlt, meine Musik, alles hat mir gefehlt. </p>
<p><strong>___________________________________________________________________________________________________________________________<br />
</strong><br />
Dieses Interview ist entstanden für das Programmheft von<a href="http://www.alpentoene.ch/2013/BandsHtml/NeueMusikRuemlingen.pdf"> ton&#038;tal</a> (erscheint August 2013), einer Klangexpedition durch die Schweiz vom 15. bis 25. August 2013 (Zusammenarbeit der Festivals <a href="http://www.neue-musik-ruemlingen.ch/">Neue Musik Rümlingen</a> und <a href="www.alpentoene.ch">Alpentöne</a>).</p>
<p>Stationen:<br />
Airolo (TI), Augst (BL), Altdorf (UR), Luzern (LU), Alpnach (OW), Schüpfheim (LU), Wasen i.E. (BE), Langenthal (BE) und Rümlingen (BL).</p>
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		<title>Sonic Traces &#8211; Radio Show</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 09:40:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sonic Traces Radio Show - ab dem 3. September 2012, alle vier Wochen, Montags um 21 Uhr auf Radio Bern RaBe. Nächste Sendung 10. Juni 2013.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Das Netzwerk Norient sucht in der globalen und lokalen Musik des 21. Jahrhunderts spannende akustische Spuren. In der Live-Sendung gibt es Interviews, Gäste, schräge Sounds und ganz viel Musik rund um “World Music 2.0”, Neue Volksmusik, Turbo Folk, Baile Funk, Hardcore, Trash Blues, Speed Metal, Noise und mehr. Alle vier Wochen, Montags um 21 Uhr auf <a href="http://www.rabe.ch" target="_blank">Radio Bern RaBe</a>: Online oder UKW 95.6 MHz (Bern und Umgebung).<br />
</code></p>
<p><img src="http://norient.com/files/2012/08/sonictraces_rabe_radio.jpg" alt="" title="sonictraces_rabe_radio" width="605" height="500" class="alignnone size-full wp-image-10792" /></p>
<p><strong>Nächste Sendung:</strong><br />
10. Juni, 21 h<br />
Japan-Battle<br />
auf <a href="www.rabe.ch">Radio Bern RaBe</a></p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>Verpasste Sendungen:</strong><br />
&nbsp;<br />
<strong>3. September 2012</strong></p>
<p><div id="attachment_13399" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/02/mosibuebe.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/02/mosibuebe.jpg" alt="" title="mosibuebe" width="605" height="403" class="size-full wp-image-13399" /></a><p class="wp-caption-text">Mosibuebä (Foto: Thomas Burkhalter)</p></div><br />
&nbsp;<br />
Die Auftaktssendung &#8220;Sonic Traces&#8221; gibt es im <a href="http://archivserver.rabe.ch:554/ramgen/20120903.rm?start=21:00:00" target="_blank">Archiv </a>von Radio Bern RaBe. </p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>1. Oktober 2012</strong><br />
<a href="http://norient.com/files/2013/02/Elina-Duni.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/02/Elina-Duni.jpg" alt="" title="Elina-Duni" width="605" height="375" class="alignright size-full wp-image-13397" /></a><br />
&nbsp;<br />
Sendung mit Live-Gast <a href="http://www.elinaduni.com/" target="_blank">Elina Duni</a></p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F62040969&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true&amp;color=ff0070"></iframe><br />
&nbsp;<br />
Die ganze Sendung &#8220;Sonic Traces&#8221; gibt es im <a href="http://archivserver.rabe.ch:554/ramgen/20121001.rm?start=21:00:00" target="_blank">Archiv</a> von Radio Bern RaBe. </p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>26. Oktober 2012</strong></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/02/swiss-conspiracy-front.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/02/swiss-conspiracy-front.jpg" alt="" title="swiss-conspiracy-front" width="605" height="481" class="alignright size-full wp-image-13398" /></a><br />
&nbsp;<br />
Podcasts der Sendung: <a href="http://norient.com/podcasts/schweizer-verschworung/">Schweizer Verschwörung</a></p>
<p>Die Sendung über Schweizer Musikinnen und Musiker im Ausland kann <a href="http://archivserver.rabe.ch:554/ramgen/20121029.rm?start=21:00:00">hier</a> nachgehört werden.</p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>26. November 2012</strong></p>
<p>Norient besucht die Schweizer Nationalphonotek &#8220;<a href="http://www.fonoteca.ch" target="_blank">Fonoteca</a>&#8221; in Lugano. Eine Stunde zur Fonoteca, zum akustischen Kulturerbe der Schweiz und zum spielerischen Umgang mit Archiven gibt es <a href="http://archivserver.rabe.ch:554/ramgen/20121126.rm?start=21:00:00" target="_blank">hier</a>. Mehr Impressionen und einen Podcast zur Fonoteca gibt es <a href="http://norient.com/podcasts/fonoteca/" target="_blank">hier</a>. </p>
<div id="attachment_11421" class="wp-caption alignnone" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2012/11/fonoteca6feature.jpg"><img src="http://norient.com/files/2012/11/fonoteca6feature.jpg" alt="" title="fonoteca6feature" width="605" height="245" class="size-full wp-image-11421" /></a><p class="wp-caption-text">Vinyl-Fotografien</p></div>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>24. Dezember 2012</strong></p>
<p>Die Norient-Spezialsendung zum Heiligen Abend macht Appetit auf das<a href="http://norient.com/events/4-norient-musikfilm-festival-2013/"> 4. Norient Musikfilm Festival</a>. Mit den Familienfest-Flüchtlingen Louis Schornoz im Studio und Pierre Hecker am Telefon gibts Schwermetallisches um die Ohren – und was ist eigentlich Sissy Bounce?</p>
<p><a href="http://norient.com/files/2012/10/UTLTUbard.jpg"><img src="http://norient.com/files/2012/10/UTLTUbard.jpg" alt="" title="UTLTUbard" width="605" height="399" class="alignright size-full wp-image-12518" /></a><br />
&nbsp;<br />
Die ganze Sendung <a href="http://norient.com/events/4-norient-musikfilm-festival-2013/">hier</a> nachhören.</p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>21. Januar 2013</strong></p>
<p>Für die Januarsendung der Norient-Radioshow Sonic Traces hat Simon Grab ein 50-minütiges Feature über Schweizer Noise-Künstler zusammengestellt. In den Interviews und Soundbeispielen durchbrechen <a href="http://www.davephillips.ch/menu.htm">Dave Philipps</a>,<a href="http://www.simonberz.ch/"> Simon Berz,</a> <a href="http://www.runzelstirn-gurgelstock.net/">Rudolph Eb.er</a>, <a href="http://www.patriciabosshard.net/">Patricia Bosshard </a>und <a href="http://www.jonaskocher.net/">Jonas Kocher</a> die Störschallmauer.</p>
<p><div id="attachment_12519" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2012/10/DavePhillipsbyRandyYau.jpg"><img src="http://norient.com/files/2012/10/DavePhillipsbyRandyYau.jpg" alt="" title="DavePhillipsbyRandyYau" width="605" height="403" class="size-full wp-image-12519" /></a><p class="wp-caption-text">Dave Phillips – Photo by Randy Yau</p></div><br />
&nbsp;<br />
Die ganze Sendung <a href="http://archivserver.rabe.ch:554/ramgen/20130121.rm?start=21:00:00">hier </a>nachhören</p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>18. Februar</strong></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/01/wildlife.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/01/wildlife.jpg" alt="" title="wildlife" width="605" height="337" class="alignright size-full wp-image-12533" /></a><br />
&nbsp;<br />
Vor 35 Jahren trafen sich Punk und Reggae im legendären Londoner Club Roxy. Im Hier und Jetzt begegnen sie sich auf dem Debütalbum «Roxy Reboot» (Release: 4. März) des Berner Produzenten  <a href="http://itswildlife.com/">Wildlife!</a>. In der Norient-Radioshow Sonic Traces tischt Wildlife! nicht nur Tracks von «Roxy Reboot» auf die Plattenteller, sondern auch die Beute seiner letzten Weiterbildung in New York: Juke, Baltimore Club, Jersey Club und Ballroom House. Im Interview mit Thomas Burkhalter erzählt er von der Globalisierung der Clubszene und dem schnellen Wechsel von Trends.</p>
<p>Der Post zur Sendung Radiodschungelcamp mit Wildlife! <a href="http://norient.com/podcasts/wildlife-sonic-traces/">hier</a>.</p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>18. März</strong></p>
<p><div id="attachment_13164" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/03/OY1.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/OY1.jpg" alt="" title="OY1" width="605" height="403" class="size-full wp-image-13164" /></a><p class="wp-caption-text">OY Live im PROGR Bern, 27.3.2013 (Foto Thomas Burkhalter)</p></div><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Von Steinreichen Bettlern schönen blauen Vögeln</strong><br />
Auf einer Reise durch Afrika hat die in Berlin lebende Schweizghanaerin Joy Frempong Tonextrakte zusammengetragen, die sie auf ihrem zweiten Album «Kokokyinaka» seziert. Im Skype-Interview erzählt sie mehr darüber. [7']</p>
<p>Siehe auch Norient-Post <a href="http://norient.com/blog/oy-kokokyinaka/">Am Anfang war ein Tropfen Kuhmilch</a> von Milena Krstic.</p>
<p><div id="attachment_13390" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/02/Mahragan-Künstler-Sadat-in-Kairo-Foto-Thomas-Burkhalter.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/02/Mahragan-Künstler-Sadat-in-Kairo-Foto-Thomas-Burkhalter.jpg" alt="" title="Mahragan-Künstler Sadat in Kairo (Foto Thomas Burkhalter)" width="605" height="403" class="size-full wp-image-13390" /></a><p class="wp-caption-text">Mahragan-Künstler Sadat in Kairo (Foto: Thomas Burkhalter)</p></div><br />
&nbsp;<br />
<strong>«We have to work like crazy»</strong><br />
Auch Thomas Burkhalter war auf Reisen und hat Akustisches mitgebracht: Wieviel Revolutionsgeist ist der Musikszene in Kairo geblieben? Was schallt derzeit aus dem Underground? Wo bewegen sich die Musiker zwischen Kommerzialisierung, Bürokratisierung und Meinungsfreiheit?</p>
<p>Die ganze Sendung gibt&#8217;s <a href="http://archivserver.rabe.ch:554/ramgen/20130318.rm?start=21:00:00">hier</a> zum nachhören.</p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>15. April</strong></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2012/03/SONIC-TRACES-CH-NOISE-02klein.jpg"><img src="http://norient.com/files/2012/03/SONIC-TRACES-CH-NOISE-02klein.jpg" alt="" title="SONIC TRACES CH NOISE 02klein" width="605" height="403" class="alignright size-full wp-image-8337" /></a><br />
&nbsp;</p>
<p>Simon Grab hat wieder geschaltet und gewaltet und einen rasanten Swiss-Fondue-Mix über Schweizer Musikerinnen und Musiker mit und ohne Schweizer Pass zusammengestellt – eine neue Auswahl und Auslegeordnung der Norient-Performance<a href="http://norient.com/events/sonic-traces-from-switzerland/" target="_blank"> Sonic Traces: From Switzerland</a>.</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F87986780&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>13. Mai, 21 h</strong></p>
<p>zum Thema: «Sind die Musiken frei?» Sonic Traces: From the GDR to Pakistan, America, Slovenia, Egypt<br />
Ein internationaler Musik-Parkour über Zensur früher und heute von Theresa Beyer und Michael Spahr. Die Sendung kann <a href="http://beemy.catatec.ch:554/ramgen//20130513.rm?start=21:00:00">hier</a> nachgehört werden (mit Real Player).</p>
<div id="attachment_13743" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/02/010_roger-melis_theredlist.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/02/010_roger-melis_theredlist.jpg" alt="" title="010_roger-melis_theredlist" width="605" height="392" class="size-full wp-image-13743" /></a><p class="wp-caption-text">Manfred Krug: Jazz in den Sixties der DDR<br /></p></div>
<p><strong>Tracklist der Sendung</strong></p>
<p>Negativland &#8211; U2, I still haven&#8217;t found what I&#8217;m looking for<br />
Sputnik &#8211; Walk Don&#8217;t Run<br />
Team 4 &#8211; Ich zeig den Weg<br />
Wetrobots &#8211; Fake is Vogue<br />
Beygairat Brigade &#8211; Dhinak Dhinak<br />
Volle Pulle &#8211; Theo Schumann Combo<br />
Manfred Krug &#8211; Wenn du traurig bist<br />
Klaus Lenz &#8211; Grashalme<br />
Laibach &#8211; Tanz mit<br />
Slayer &#8211; Angel of Death<br />
Barbara Thalheim &#8211; Sehnsucht nach der Schönhauser<br />
Kraftwerk &#8211; Das Model</p>
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		<title>Wenn das Postauto zweimal hupt</title>
		<link>http://norient.com/de/blog/tue-ta-too/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 04:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank Von Niederhäusern</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hören statt schauen: Die Ausstellung «tü ta too» im Zürcher Landesmuseum präsentiert Klänge aus der Sammlung der Fonoteca Svizzera in Lugano – zu deren 25. Geburtstag. Ein Bericht in Bild und Ton.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Hören statt schauen: Die Ausstellung «tü ta too» im Zürcher Landesmuseum präsentiert Klänge aus der Sammlung der Fonoteca Svizzera in Lugano – zu deren 25. Geburtstag. Einblicke in Bild und Ton.</code></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/05/pag-postauto-alpenwelt-544-208.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/pag-postauto-alpenwelt-544-208.jpg" alt="" title="pag-postauto-alpenwelt-544-208" width="605" height="231" class="alignright size-full wp-image-13699" /></a><br />
&nbsp;<br />
Es funktioniert jedes Mal: Drückt ein Postautochauffeur, eng durch die Berge kurvend, das Warnhorn seines Gefährts, jubeln nicht nur die überraschten Japaner im Bus. Einheimischen zaubert das «tü ta too» zumindest ein wehmütiges Lächeln ins Gesicht, genährt von Erinnerungsbildern vergangener Schulreisen oder Wanderferien. Nun hat es die Dreiklang-Hupe ins Museum geschafft. Sie ist im Zürcher Landesmuseum zu hören und gibt der neuen Ausstellung dort sogar den Titel. </p>
<p><a href="http://www.nationalmuseum.ch/d/zuerich/wechselausstellungen/2013/tue_ta_too.php">«tü ta ta too. Das Ohr auf Reisen»</a> präsentiert das klingende Kulturgut der Schweiz, das seit 25 Jahren von der Fonoteca Svizzera in Lugano archiviert wird. Im Bestreben, diesen Schatz der Öffentlichkeit zu zeigen, habe man zum Jubiläum eine Ausstellung konzipiert, erklärt Fonoteca-Direktor Pio Pellizzari. «Es war nicht so einfach, aus 5 Millionen archivierter Tondokumente eine Auswahl zu treffen und diese sichtbar zu machen.»</p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/07/tuTaTou.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/07/tuTaTou.jpg" alt="" title="tuTaTou" width="605" height="401" class="alignright size-full wp-image-13714" /></a><br />
&nbsp;<br />
<strong>Beitrag von Giulia Meier zu tü ta too [4'33]<br />
produziert für <a href="http://www.rabe.ch/sendungen/kultur-veranstaltungen/subkutan.html">Subkutan</a> auf Radio Bern RaBe</strong></p>
<p>Das Resultat überzeugt denn vorab akustisch. Etwa im Klangkubus, wo aus Lautsprecher-Installationen verschiedene Szenerien erklingen: Grossstadtlärm, naturreines Bergrauschen, das bebimmelte Sommersirren einer Kuhweide. Mit geschlossenen Augen geht man auf Reisen und hört mit der Zeit auch Unsichtbares. Ganz anders die Spielstation, an der sich die Besuchenden aus Geräusch-, Stimm- und Musik-Modulen ein eigenes Hörspiel collagieren können. Ein grosser Spass, der aufzeigt, wie sehr Emotionen an akustische Signale geknüft sind. </p>
<p><div id="attachment_13698" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/Foto.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/Foto.jpg" alt="" title="Foto" width="605" height="454" class="size-full wp-image-13698" /></a><p class="wp-caption-text">Hörspiel-Orgel im Zürcher Landesmuseum (Foto: Theresa Beyer)</p></div><br />
&nbsp;<br />
Interaktiv funktionieren zwei Archiv-Stationen: An einer lassen sich jukeboxartig Stücke aus der Schweizer Musikgeschichte von 1901 bis 2006 wählen. Mit klingenden Wegmarken von Cédric Dumont über Pierre Favre bis zu DJ Bobo und Stefanie Heinzmann. An der anderen gilt es, die Stimmen von General Guisan, Clown Grock oder Autorin Anne Cuneo den stimmigen Fotoporträts zuzuordnen. «Wir wollten aus Archiv-Trouvaillen einen facettenreichen Klangraum erstellen», fasst Kuratorin Erika Hebeisen ihre Zielsetzung zusammen. Für Pio Pellizzari gehören die Exponate zum nationalen Gedächtnis, schliesslich ist die Fonoteca Teil des Nationalmuseums. Tatsächlich bringt die Ausstellung «tü ta too» die Schweiz zum Klingen. Und dies auf sehr unterhaltsame Art.</p>
<p><p><a href="http://norient.com/de/blog/tue-ta-too/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><br />
<p><a href="http://norient.com/de/blog/tue-ta-too/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
<p><a href="http://www.nationalmuseum.ch/d/zuerich/wechselausstellungen/2013/tue_ta_too.php">tü ta too. Das Ohr auf Reisen</a><br />
Bis So, 25.8., Landesmuseum Zürich</p>
<p>Die ganze Sendung von Subkutan zum Thema «Vom Jagen und Sammeln: Archiv» <a href="http://www.rabe.ch/sendungen/kultur-veranstaltungen/subkutan/d/archive/2013/5/08/art/mi-8-mai-2013-1.html">hier</a>.</p>
<p><strong>__________________________________________________________________________________________________________</strong></p>
<p><div id="attachment_13704" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/05/fonoteca5.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/05/fonoteca5.jpg" alt="" title="fonoteca5" width="605" height="245" class="size-full wp-image-13704" /></a><p class="wp-caption-text">Kamera zum Filmen von Vinyl-Fotografien</p></div><br />
&nbsp;<br />
Einen audiovisuellen Bericht vom Norient-Ausflug in die Fonoteca in Lugano: <a href="http://norient.com/podcasts/fonoteca/">Das akustische Archiv der Schweiz</a></p>
<p>Michael Spahr über den Verein Memoriav und den Sinn und Zweck der Bewahrung audiovisueller Quellen: <a href="http://norient.com/podcasts/audio-visuelles-kulturerbe-muss-bewahrt-werden/">Audio-visuelles Kulturerbe bewahren</a> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Norient Musikfilm Festival goes Wien</title>
		<link>http://norient.com/de/events/norient-musikfilm-festival-goes-wien/</link>
		<comments>http://norient.com/de/events/norient-musikfilm-festival-goes-wien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 May 2013 04:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norient</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aaron Aites]]></category>
		<category><![CDATA[Alessandro Negrini]]></category>
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		<category><![CDATA[Music and Politics]]></category>
		<category><![CDATA[Norient Musikfilm Festival]]></category>
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		<category><![CDATA[Out of the Absurdity of Life. Globale Musik.]]></category>
		<category><![CDATA[Paradiso]]></category>
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		<category><![CDATA[Until the Light Takes Us]]></category>
		<category><![CDATA[Wanlov The Kubolor]]></category>
		<category><![CDATA[Wiener Festwochen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://norient.com/?p=13404</guid>
		<description><![CDATA[(*) Am Donnerstag 30. Mai findet im Rahmen des Programms Music and Politics an den Wiener Festwochen eine Spezialausgabe des Norient Musikfilm Festivals statt. Gezeigt werden unsere Lieblingsfilme aus vier Jahren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Am Donnerstag 30. Mai findet im Rahmen des Programms <a href="http://www.intothecity.at/norient-talk-und-filmabend-network-for-local-and-global-sounds/" target="_blank">Music and Politics</a> an den <a href="http://www.festwochen.at/index.php?L=1">Wiener Festwochen </a>eine Spezialausgabe des Norient Musikfilm Festivals statt. Gezeigt werden unsere Lieblingsfilme aus vier Jahren: «Coz of Moni» aus Ghana, «Paradiso» aus Nordirland und «Until the Light Takes Us» aus Norwegen. </code></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/04/norientfilmlogo2013-11.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/norientfilmlogo2013-11.jpg" alt="" title="norientfilmlogo2013-1" width="605" height="471" class="alignright size-full wp-image-13527" /></a><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Programm</strong></p>
<p>Norient Talk, Festivalzentrum<br />
Donnerstag, 30. Mai, 18.30 Uhr</p>
<p>Thomas Burkhalter und Michael Spahr sprechen über ihre Arbeit bei Norient – Network for Local and Global Sounds and Media Culture mit Sitz in Bern und Zürich. Der Fokus von Norient liegt auf experimentellen und urbanen Musikszenen weltweit. Sie stellen das erste Buch des Online-Netzwerks Norient «<a href="http://norient.com/academic/norientbook012/">Out of the Absurdity of Life – Globale Musik</a>« (2012) vor und berichten über das <a href="http://norient.com/events/4-norient-musikfilm-festival-2013/">Norient Musikfilm Festival</a>, das 2013 zum vierten Mal in Bern stattfand.</p>
<p>Rückblicke auf die Festivals <a href="http://norient.com/blog/festivalrueckblick2012/">2012</a> und <a href="http://norient.com/blog/festival-2013/">2013</a><br />
<strong>––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>Filmabend, 21 Uhr</strong></p>
<p><strong>«Coz Ov Moni» </strong><br />
Pidgin-Hip-Hop-Comedy-Musical<br />
Emmanuel Owusu‐Bonsu, Mensa Ansah, 2010, GH</p>
<p><a href="http://norient.com/de/events/norient-musikfilm-festival-goes-wien/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Bekannt als das «erste Pidgin-Musical der afrikanischen Filmgeschichte» führt «Coz Ov Moni» («Wegen dem Geld») mit wilden Handkamerafahrten durch Ghanas Hauptstadt Accra. Der Film von Emmanuel Owusu-Bonsu und Mensa Ansah (besser bekannt als <a href="http://norient.com/de/stories/wanlovthekubolor/">Wanlov The Kubolor </a>und<a href="http://www.reverbnation.com/m3nsa"> M3nsa</a>), die sich im Doppelpack stets <a href="http://foknbois.bandcamp.com/">FOKN Bois</a> nennen (frei übersetzt: ungezogene Jungs), ist eine bildgewaltige Odyssee durch die ghanaische (Sub-)Kultur zwischen beschwipsten Blasmusikkapellen, Samplingkunst und HipHop.</p>
<blockquote><p>«Ghanese people in the country as well as exiled fellows alike were thrilled to watch the adventure of the two protagonists, vaporized to the shortest possible time; and all of them agreed: their country had never been shown as authentically on screen.» (Stefan Franzen, music journalist, Freiburg)</p></blockquote>
<p>Norient-Hintergrundartikel zu <a href="http://norient.com/video/cozovmoni/">Coz Ov Moni</a></p>
<div id="attachment_13534" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/04/Norient29.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/Norient29.jpg" alt="" title="Norient29" width="605" height="403" class="size-full wp-image-13534" /></a><p class="wp-caption-text">Die FOKN Bois am Abschlusskonzert am 3. Norient Musikfilm Festival (Foto: Karin Scheidegger)</p></div>
<p><strong>––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>«Paradiso»</strong><br />
Alessandro Negrini, 2009, GB</p>
<p><a href="http://norient.com/de/events/norient-musikfilm-festival-goes-wien/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Liebenswerte Dokumentation über den Musiker Roy Arbuckle, der im protestantischen Fountain-Quarter (im nordirischen Derry) einen Tanzabend für Protestanten und Katholiken organisieren will und dazu seine Showband The Signets aus den 1960ern reaktiviert. Damals waren diese Tanzabende beliebt und blendeten für einen Abend die angespannte Atmosphäre zwischen den beiden Gruppen aus. Als Ort wählt Roy Arbuckle den damals populärsten Tanzsaal in der Memorial Hall im Zentrum von Derry aus. Feurige Tangos, tanzende Protestanten und Katholiken. Für einen Abend lang ist ein jahrhundertealter Konflikt vergessen. </p>
<p>Der Regisseur ist anwesend!</p>
<blockquote><p>
«Everything about this charming story works against the grain. Fervent tango music for the windy Northwest of Europe? Protestants as victims? Protestants dancing and singing? Ought they not to be prudish, stern and fogyish? By no means.» (Martin Alioth, Ireland correspondent of NZZ)</p></blockquote>
<p><a href="http://alessandronegrini-filmdirector.blogspot.ch/2011/07/besom-productions-film-documentary.html">Synopsis</a> «Paradiso»</p>
<div id="attachment_13529" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/04/Norient23.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/Norient23.jpg" alt="" title="Norient23" width="605" height="403" class="size-full wp-image-13529" /></a><p class="wp-caption-text">Alessandro Negrini erzählt von seinem Film «Paradiso» am 3. Norient Musikfilm Festival (Foto: Karin Scheidegger)</p></div>
<p><strong>––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><a href="http://www.blackmetalmovie.com/" target="_blank">«Until the Light Takes Us»</a><br />
Aaron Aites, Audrey Ewell, US/NO 2008</p>
<p><a href="http://norient.com/de/events/norient-musikfilm-festival-goes-wien/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Die norwegische Black Metal-Szene gehörte mit Bands wie Burzum, Emperor, Darkthrone oder Mayhem in den frühen 1990er Jahren nicht nur zur musikalischen Speerspitze der internationalen Black Metal-Bewegung. Berüchtigt wurde sie vor allem auch dadurch, dass Fans und Musiker Kirchen anzündeten und durch Morde und Suizide auffielen. Der Dokumentarfilm «Until the Light Takes Us» (»Bis dass wir in das Licht eingehen«) erkundet die außergewöhnliche Zerrissenheit Norwegens zwischen einem gut organisierten Staatswesen (mit einem umfassenden Wohlfahrtssystem) und dem rassistischen, völkischen und menschenverachtenden Gedankengut von Szeneprotagonisten wie Fenriz (Drummer von Darkthrone) oder Varg Vikernes (Burzum), bekennender Rassist und Mörder eines anderen Exponenten des Black Metal, Euronymous (Mayhem). Viele Jahre später haben die Filmemacher Aaron Aites und Audrey Ewell die Musiker von damals besucht. Ein erschütterndes, verstörendes, grossartiges Porträt. </p>
<blockquote><p>«Until The Light Takes Us» fängt diese Historie mit dem Rückgriff auf Archivmaterial – Proberaumszenen, Fotografien und Musikerinterivews – detailreich ein. Dabei bleibt der Film jedoch nicht stehen, sondern durchleuchtet den geistigen Hintergrund, in dem sich der Black Metal entwickelte: aus der subkulturellen Ablehnung gesellschaftlicher Normen entstand ein Klima der Todessehnsucht, der Zerstörungshuldigung und schliesslich, in den Extremen, eine Affinität zu Okkultismus, Neopaganismus und völkischen Gewaltfantasien.» (Bjørn Schaeffner, Tageswoche)</p></blockquote>
<p>Weitere Hintergrundinformationen im Norient <a href="http://norient.com/video/until-the-light-takes-us/" target="_blank">Artikel</a>. </p>
<p><strong>––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><a href="http://norient.com/de/events/norient-musikfilm-festival-goes-wien/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<title>(*) Call For Articles: Performing Exotica</title>
		<link>http://norient.com/de/academic/cfp-performing-exotica-norient-academic-online-journal/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 21:42:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David-Emil Wickström</dc:creator>
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		<category><![CDATA[3. Norient Academic Journal]]></category>
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		<description><![CDATA[When drawing on music from far away places musicians have often focused on “otherness” and “difference”. The 3rd volume of the Norient Academic Online Journal (NAOJ) aims to explore these representations that have emerged in the 21st century.]]></description>
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		<title>Retro-Sounds aus den Anden</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 04:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norient</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Chicha Libre aus Brooklyn spielt die peruanische Cumbia mit den kalifornischen Surf-Gitarrensounds der 1970er Jahre. Eine Band für Retro-Fans. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Die multi-kulturelle Truppe <a href="http://www.chichalibre.com/" target="_blank">Chicha Libre</a> aus Brooklyn spielt die peruanische Cumbia mit den kalifornischen Surf-Gitarrensounds der 1970er Jahre. Auf ihrer neuen EP «Cuatro Tigres» stülpen die Musiker bekannten Stücken wie „Guns of Brixton“ von The Clash oder der Titelmelodie der Serie Simpsons ihr psychedelisches Soundkleid über. Hinzu kommen wie immer Neuvertonungen bekannter Popsongs aus den Anden. Eine Band für Retro-Fans. Die CD ist erschienen bei <a href="http://barbesrecords.com" target="_blank">Barbès Records</a>.  </code></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/04/ChichaLibre.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/ChichaLibre.jpg" alt="" title="ChichaLibre" width="605" height="504" class="alignright size-full wp-image-13370" /></a></p>
<p><iframe width="100%" height="350" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F3888397&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p><p><a href="http://norient.com/de/blog/chichalibre/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><br />
&nbsp;<br />
<strong>Ältere CDs von  Chicha Libre</strong></p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F76698040"></iframe></p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F47334245&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F47333934&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p>Mehr Tracks von Chicha Libre gibt es auf <a href="https://soundcloud.com/chicha-libre" target="_blank">Soundcloud</a>. </p>
<p><strong>The Roots of Chicha</strong></p>
<p>Barbès Records veröffentlichte auch die wunderbaren Compilation-CDs «The Roots of Chica» Alle Informationen gibt es <a href="http://barbesrecords.com/rootsofchicha.html" target="_blank">Hier</a>. </p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F18468809&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p><strong>Videos von Chicha Libre</strong></p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/chichalibre/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/chichalibre/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/chichalibre/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/chichalibre/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<title>Die braven Rebellen aus Nashville</title>
		<link>http://norient.com/de/stories/country/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 11:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carl Melchers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nashville, im US-Bundesstaat Tennessee, ist seit den fünfziger Jahren bekannt als »Music City, USA«. Ein Reisebericht und ein Versuch, das Phänomen des Country zu enträtseln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Nashville, im US-Bundesstaat Tennessee, ist seit den fünfziger Jahren bekannt als »Music City, USA«. Und in der Tat schallt aus jeder Ecke Country Music, Bluegrass und Hillbilly. Ein Reisebericht und ein Versuch, das Phänomen des Country zu enträtseln.</code></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/04/Leuchtreklame_Boots.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/Leuchtreklame_Boots.jpg" alt="" title="Leuchtreklame von Betty Boots (Foto: Carl Melchers)" width="605" height="598" class="alignright size-full wp-image-13219" /></a><br />
&nbsp;<br />
«Our houses are protected by the Good Lord and a gun, and you might meet ’em both if you show up here not welcome, son», ertönt die Stimme von Josh Thompson aus dem Radio. Auf dem endlos langen Highway zwischen dem mächtigen Mississippi River und den Great Smoky Mountains, welche jeweils die West- und Ostgrenzen von Tennessee bilden, scheint man prinzipiell nur zwei Sorten von Sendern empfangen zu können. Auf den einen bequasseln einen irre fundamentalistische Christen mit mäandernden Predigten, auf den anderen läuft ausschließlich Country-Musik. Letztere, definitiv das kleinere Übel, wiederholen in hypnotischen Intervallen die jeweiligen Saison-Hits.</p>
<p>Memphis, dessen Sun Records Company sich stolz als der Ort, «wo Rock’n’Roll geboren wurde», bezeichnet, wirkt so, als hätte es seine besten Zeiten bereits gesehen. Die Innenstadt ist leer und verlassen, das szenige Vergnügungsviertel künstlich und touristisch. Sehenswert ist wirklich nur das Bürgerrechtsmuseum, ein beeindruckender Komplex, bestehend aus dem Lorraine Motel, vor dem Martin Luther King am 4. April 1968 ermordet wurde, einem Museumsanbau und dem Haus, von dem aus die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden. Rock’n’Roll scheint jedenfalls in Memphis heute so tot zu sein wie Martin Luther King oder jener andere King, der hier auf dem Grundstück seiner Graceland-Villa die Radieschen von unten bewundert, falls ihn nicht doch irgendwelche Aliens entführt haben.</p>
<p><strong>Nashville pulsiert</strong></p>
<p>Ganz anders hingegen Nashville, das Mekka der Country-Liebhaber, mit seiner vibrierenden Musikszene. Der Stadtkern ist umgeben von einem sechs- bis achtspurigen Autobahnring, von dem aus letztlich jede Straße irgendwann zu jener breiten Verkehrsachse führt, die sich einmal quer durch den Stadtkern zieht und «Broadway» heißt. </p>
<p><div id="attachment_13202" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/04/Real-Country-Music.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/Real-Country-Music.jpg" alt="" title="Real Country Music" width="605" height="905" class="size-full wp-image-13202" /></a><p class="wp-caption-text">Nashvilles Kneipenmeile Broadway, Foto: Malcolm McGregor (http://malcolmmacgregorphotography.com)</p></div><br />
&nbsp;<br />
Vom Broadway schlägt auch der sanfte aber kräftige Puls einer Stadt, in deren Ballungsraum knapp 1,7 Millionen Menschen unterschiedlichster Herkunft leben. Tagsüber kann man sich hier in Billy Joe’s Tattoo-Studio die ganze Palette von Biker- und Outlaw-Motiven in die Haut stechen lassen. In den anliegenden Läden wird abwechselnd entweder das komplette Sortiment von Cowboystiefeln, -hüten, Bluejeans und wildledernen Fransenjacken oder alle nur erdenklichen Arten von Gitarren, Akustikgitarren, E-Gitarren, Gitarren mit doppeltem Gitarrenhals in allen möglichen Farben, aber auch klassisch schlicht und schwarz zum Verkauf angeboten. Beliebt sind auch Souvenirläden. Dazwischen kann man sich in allerlei Bars und Clubs Alkohol einschenken lassen.</p>
<p>Fast den ganzen Tag lang wird Live-Musik gespielt. Überhaupt scheint es hier am Wochenende so viele Musiker wie schlichte Flaneure zu geben. Die Stadt ist so voll mit aspirierenden Country-Stars, dass man sie nicht einmal im hier praktizierten fließbandmäßigen Akkord auf sämtlichen Bühnen entlang des Broadways unterbringen kann, weshalb sie dann auch an jeder Straßenecke stehen, lauthals singen und ihre Gitarren schrubben. Zwei Teenager, die aussehen, als könnten sie die nahe gelegene Hume-Fogg Academic Magnet High School besuchen, haben sogar ein Schlagzeug dazu aufgebaut und spielen einen etwas rockigeren Bluegrass.</p>
<p><div id="attachment_13216" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/04/Strassenmusiker.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/Strassenmusiker.jpg" alt="" title="Strassenmusiker" width="605" height="912" class="size-full wp-image-13216" /></a><p class="wp-caption-text">Strassenmusik unterm Tattoo-Studio (Foto: Carl Melchers)</p></div><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Kinder der Nacht</strong></p>
<p>So richtig los geht die Party aber erst, wenn es dunkel wird. Die Menschenmengen auf der Strasse sind dichter gedrängt und wirken inzwischen auch deutlich alkoholisierter. Die Familien mit Kindern, die tagsüber noch das Straßenbild beherrschten, sind verschwunden. Dafür sind sehr viel mehr stiernackige Footballspielertypen unterwegs. Rocker in Lederkutten fahren ihre Harley Davidsons vor und dicke Stretchlimousinen, in denen vermutlich irgendwelche steinreichen wichtigen Musikproduzenten sitzen, fahren statusbewusst langsam die Straße auf und ab. Vielleicht sind es auch nur College-Kids mit reichen Eltern, die sich so eine Karre für ein paar Stunden gemietet haben, um sich am Broadway absetzen zu lassen und einen Auftritt wie ein Star zu haben.</p>
<p><a href="http://norient.com/de/stories/country/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>In den Bars haben längst die weniger bekannten Nachwuchstalente für die angesagten Acts die Bühne geräumt. Als der beste Laden erweist sich eine eher unauffällige kleine Bar mit dem Namen <a href="http://www.laylasbluegrassinn.com/home.html">Layla’s Bluegrass Inn</a>. Zunächst tritt dort eine unglaublich schnelle «Speed-Billy»-Formation auf, also Hillbilly-Musik auf Speed. Ihr hektischer Frontmann mit den fettigen, schulterlangen blonden Haaren singt nicht nur und spielt gleichzeitig auf einem kleinen Western-Piano, sondern führt dabei noch allerlei akrobatische Kunststücke auf. Er springt auf seinem Klavier herum und traktiert die Tasten dabei aus den unmöglichsten Positionen, erst mit den Händen dann mit seinen in Cowboystiefeln steckenden Füßen. Zuletzt verbindet er sich sogar mit seinem Stirnband die Augen und spielt blind, rückwärts auf seinem Klavier sitzend. </p>
<p><div id="attachment_13221" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/04/Speedbillie71.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/04/Speedbillie71.jpg" alt="" title="Speedbillie7" width="605" height="605" class="size-full wp-image-13221" /></a><p class="wp-caption-text">Brandon Giles spielt akobatisch im «Layla’s Bluegrass Inn». (Foto: Carl Melchers)</p></div><br />
&nbsp;<br />
Die Zuschauer sind in bester Stimmung, aber Zugaben lässt der streng dreinblickende Manager von Layla’s Bluegrass Inn nicht zu. «No exceptions», auch nicht für Klavier spielende Akrobaten mit verbundenen Augen. Als nächstes tritt dann nach einer atemberaubend kurzen Umbauphase eine wesentlich langsamere Band auf. Ihre etwas punkig-hippiemäßige Leadsängerin spielt zwar eher mäßig Gitarre und macht keine Tricks, aber dafür hat sie eine viel schönere Stimme als der zappelige Pianoakrobat. Sie singt von zerstörten Beziehungen und der großen Liebe, während sie verträumt in die Ferne schaut. Dazu trägt sie natürlich die obligatorischen Cowboystiefel, die so authentisch abgetragen sind, dass einer davon vorne mit grauem Gaffaband umwickelt werden musste. So viel Outlaw-Glamour, das Publikum scheint es zu mögen.</p>
<p><strong>Ritterschläge</strong></p>
<p>Auf der anderen Straßenseite sitzen die beiden Schuljungen mit dem Schlagzeug und der Rock­gitarre auf der Treppe des inzwischen geschlossenen Tattoo-Studios. Sie haben aufgehört zu spielen und träumen nun davon, endlich auch von einem der Musikproduzenten in seine Limo gebeten zu werden, ganz groß rauszukommen und auf der Bühne der «Grand Ole Opry» aufzutreten. «Das wäre mein Traum», sagt Jessie, der Schlagzeuger, «auf der selben Bühne zu spielen wie Elvis». Die Grand Ole Opry ist eine weitere Legende in Nashville, eine live im Radio und Fernsehen übertragene Bühnenshow, die seit 1974 im Grand Ole Opry House aufgeführt wird, aber eigentlich aus der wöchentlichen Country-Radiosendung «Barn Dance» aus dem Jahre 1925 stammt. </p>
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<p style="font-size:11px; font-family:Arial, Helvetica, sans-serif; color: #808080; margin-top: 5px; background: transparent; text-align: center; width: 605px;">Watch <a style="text-decoration:none !important; font-weight:normal !important; height: 13px; color:#4eb2fe !important;" href="http://video.pbs.org/video/2075841649" target="_blank">The Story of the Popular Country Music Radio Show</a> on PBS. See more from <a style="text-decoration:none !important; font-weight:normal !important; height: 13px; color:#4eb2fe !important;" href="http://www.pbs.org/programs/hayloft-gang/" target="_blank">The Hayloft Gang.</a></p>
<p><a href="http://norient.com/de/stories/country/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Längst kann man die Show auch<a href="http://www.opry.com/"> im Internet </a>verfolgen. Ein Erstauftritt in der Grand Ole Opry ist in der Country-Szene so etwas wie der Ritterschlag. Wobei ja eigentlich gerade Elvis Presley bei seinem einzigen Grand-Opry-Auftritt am 2. Oktober 1954 eine ziemliche Abfuhr kassierte. Der damalige Opry-Manager Jim Denny, dem Elvis’ anstößige Hüftbewegungen und die innovative Fusion seiner Musik mit dem «schwarzen» Rhythm and Blues offenbar gar nicht behagten, empfahl ihm, er solle «nach Memphis zurückkehren und wieder LKW fahren» und sich am besten nie wieder blicken lassen. Heute ist aber auch die Grand Ole Opry deutlich innovationsfreundlicher geworden. Hätten sich dort nicht doch neue Trends gegen die Puristen und Traditionalisten durchgesetzt, wäre sie vermutlich längst Geschichte.</p>
<p><strong>Ruhm und Ehre</strong></p>
<p>Die höchste Auszeichnung, die einem im Country-Musik-Business als Musiker, Songwriter oder Produzent widerfahren kann, besteht aber in der Ehrung in Nashvilles Country Music Hall of Fame, in der seit 1961 die jährliche Apotheose ins Pantheon der Country-Göttinnen und -Götter stattfindet. Zu den so geehrten zählen unter anderen Jonny Cash, Loretta Lynn und Willie Nelson.</p>
<p>Seit 2001 findet die Ehrung in einem gigantischen Neubau etwas südlich des Broadways statt, dem neben der Hall of Fame auch ein Museum und ein Archiv angeschlossen sind. Das Ganze hört dann auf den holperigen Namen «Country Music Hall of Fame and Museum». Die Hall of Fame lohnt sich natürlich nicht zu sehen, wie alle Popkulturtempel, die sich so nennen, aber das Museum ist dafür der Knaller. </p>
<p>«Komisches Genre, der Country», denke ich mir, während ich auf der Wiese vor Nashvilles Parthenon sitze. Etwas östlich des Stadtkerns, im Centennial Park wurde 1931 eine detailgetreue Betonkopie des Athener Parthenon in voller Größe fertiggestellt, der auch nicht so kaputt ist wie das Original in Griechenland, aber das nur nebenbei. Ich verspeise einen so genanten snowball, der aus mit buntem Sirup übergossenem Eis besteht und in kleinen Pappkegeln ähnlich einer Eiswaffel serviert wird. Und während ich vom Sirup eine ganz blaue Zunge bekomme, versuche ich das Phänomen «Country» zu enträtseln. </p>
<p>Einerseits erscheint diese Musikart auf die schmierigste Art und Weise brav und wertkonservativ, andererseits gibt es auch eine ehrliche, rebellische Komponente. Diese ist irgendwo zwischen einem christlich inspirierten Humanismus und einem tendenziell reaktionären Proletenkult angesiedelt. Es ist ein Rebellentum mit Herz für die Verlierer, nicht zuletzt, weil ab 1861 die Südstaaten erst die rebels und dann die Verlierer waren im Krieg um die Sklaverei, die sie ja gerne fortgeführt hätten. Entsprechend wird Country bis heute als «weiße» Musik wahrgenommen – von Weißen für Weiße.</p>
<p><a href="http://norient.com/de/stories/country/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Das Ganze wird dann häufig wieder durch eine subtile Form von «sich selbst nicht immer so furchtbar ernst nehmen» unterlaufen, indem sämtliche kitschigen Klischees so dick aufgetragen werden, dass man es irgendwie wieder witzig finden muss. Songs wie «Way Out Here» von Thompson mögen, wenn auch nicht ohne eine deutliche Spur sanfter Ironie, den Hillbillie-Lifestyle bibel­treuer, waffenstarrender Rednecks glorifizieren, die in heruntergekommenen, von rostenden Pickups umlagerten Anwesen hinter einem Kornfeld leben. Aber die Stadt, in der solche Songs produziert werden, hat ein für den Süden durchaus liberales Flair, mit viel Kunst und sogar der landes­typischen Alternativkultur mit ihren kleinen Hang-Outs und Plattenläden. Seit der Zeit des Wiederaufbaus nach dem amerikanischen Bürgerkrieg wählt Nashville konsequent demokratisch. Was wiederum nicht bedeutet, dass die Stadt deshalb schon immer liberal war, denn derzeit waren die Demokraten noch die Partei enteigneter Sklavenhalter. Erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden die Demokraten zunehmend die Partei der Staatsinterventionisten und später der Bürgerrechtler. Und das alles ist Country – so eingängig, ambivalent und liebenswert wie die Stadt, die das Genre geschaffen und geprägt hat.</p>
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<p><strong>_________________________________________________________________________________________________</strong></p>
<p>Unter dem Titel <a href="http://jungle-world.com/artikel/2013/14/47446.html">Way out here</a> ist dieser Artikel zuerst erschienen in der <a href="http://jungle-world.com/">Jungle World</a> Nr. 5 vom 31. Januar 2013.</p>
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		<title>MP3-Blogs im Internet</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 04:47:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Burkhalter</dc:creator>
				<category><![CDATA[AUDIO]]></category>
		<category><![CDATA[Awesome Tapes From Africa]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Kirkley]]></category>
		<category><![CDATA[Crackle & Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Excavated Shellac]]></category>
		<category><![CDATA[Ghost Capital]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Ward]]></category>
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		<category><![CDATA[Madtrotter-Treasure-Hunt]]></category>
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		<description><![CDATA[MP3-Blogger in den USA und Europa bieten alte Schallplatten und Kassetten aus Afrika, Asien und Lateinamerika im Internet frei und franko zum Download an. Ein Podcast. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>MP3-Blogger in den USA und Europa sammeln alte Schallplatten und Kassetten aus Afrika, Asien und Lateinamerika und bieten sie im Internet frei und franko zum Download an. Das stösst bei Musikliebhabern auf Gegenliebe, ruft aber auch Kritiker auf den Plan. Ein Podcast. </code></p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/03/SHANGAAN-ELECTRO1.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/SHANGAAN-ELECTRO1.jpg" alt="" title="SHANGAAN-ELECTRO1" width="605" height="605" class="alignright size-full wp-image-13130" /></a><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Podcast (59&#8217;17)</strong><br />
<iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F84990103"></iframe></p>
<p>Eigentlich fuhr der US-amerikanische Blogger Christopher Kirkley nach Afrika wegen seiner Begeisterung für den Mali-Blues. Auf der Fahrt im Minibus in die nordmalische Wüstenstadt Kidal hörte er dann aber eine ganz andere Musik: Die Kakophonie aus regionalen Pophits, die aus den Handys seiner Mitfahrer an seine Ohren schallte. Die Musik faszinierte ihn: «Das ist keine sanfte Weltmusik für westliche Ohren. Diese Musik nimmt internationale Trends auf und hat doch einen lokalen Sound», erklärt er rückblickend. Bald tauscht Kirkley Tracks mit den Leuten in Kidal: Von seinem Computer auf ihre Handys, und von ihren Handys auf seine Harddisk. Er produziert die LPs «Music from Saharan Cellphones»,  heute zwei Kultplatten in der Bloggerszene. Promotion und Vertrieb laufen über seinen Blog <a href="http://sahelsounds.com/" target="_blank">Sahelsounds</a>.</p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/03/sahel.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/sahel.jpg" alt="" title="sahel" width="605" height="605" class="alignright size-full wp-image-13129" /></a><br />
&nbsp;<br />
<strong>MP3-Blogs: Alte Platten und quere Sounds </strong></p>
<p>«Sahelsounds» ist einer von unzähligen MP3-Blogs im Internet. Sie tragen klingende Namen wie «<a href="http://monrakplengthai.blogspot.ch/" target="_blank">Monrakplengthai</a>» (bezaubernde Lieder Thailands), «<a href="http://excavatedshellac.com/" target="_blank">Excavated Shellac</a>» (ausgebaggerte Schellack-Platten), «<a href="http://www.awesometapes.com/" target="_blank">Awesome Tapes from Africa</a>» (Fantastische Kassetten aus Afrika) oder «<a href="http://madrotter-treasure-hunt.blogspot.ch/" target="_blank">Madtrotter-Treasure-Hunt</a>» (Irrer Schatzjäger). Die MP3-Blogger stöbern bei Strassenhändlern nach raren Kassetten, auf Flohmärkten nach Vinyl, und mit anderen Sammlern tauschen sie alte Schellackplatten.</p>
<p><strong>Schellack lebt</strong></p>
<p>Jonathan Ward kauft seine Schellackplatten für viel Geld, sie drohten heute in Vergessenheit zu geraten, sagt er: «In der Geschichte der Musikindustrie aber sind sie von grosser Bedeutung». Er schwärmt: «Schellackplatten sind schwer und brechen leicht. Dass sie die Zeit überlebt haben, grenzt an ein Wunder». Die Blogger digitalisieren diese Tonträger, laden die Daten auf einen Online-Speicher, und von dort kann sie jedermann herunterladen – frei und franko.</p>
<p>Im Fokus stehen rare Tonträger, die entweder im Markt nicht mehr erhältlich sind oder aber von traditionellen Mainstream-Medien, nationalen Archiven oder der musikethnologischen Forschung ignoriert werden – und wurden: Funk aus Nigeria, Jazz aus Äthiopien, kubanische Musik aus dem Kongo oder Psychedelischer Rock aus der arabischen Welt, alles Zeugen früher Globalisierungsströme der 1960er und 70er Jahre. Oder regionale Popmusik: Der billig produzierte Handy-Pop aus Mali, der die Gesangsstimmen durch eine Autotune-Software jagt und manchmal wie Musik von einem anderen Stern klingt. </p>
<p>Der fiebrig schnelle Shangaan-Electro aus Südafrika oder die schrillen Keyboard-Ornamente des New Wave Dabké aus Syrien sind weitere Popmusikstile, die lange als Müll, Kitsch oder kulturell minderwertig abgetan wurden und jetzt dank MP3-Blogs massenhaft neue Hörer finden.</p>
<p>Während MP3-Blogging für viele Hobby bleibt, bauen andere damit Karrieren. Brian Shimkovitz vom Blog «Awesome Tapes from Africa»  kaufte in Afrika Tausende von Kassetten und tritt heute als Kassetten-DJ in der ganzen Welt auf. Jonathan Ward von «Excavated Shellac» ist Herausgeber der 4CD Box «<a href="http://www.dust-digital.com/africa/" target="_blank">Opika Pende</a>», einer Sammlung mit raren Schellackplatten aus Afrika, aufgenommen zwischen 1909 und 1960. Das Album ist für einen Grammy nominiert als  bestes historisches Album von 2012.</p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/03/opikapendenorient.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/opikapendenorient.jpg" alt="" title="opikapendenorient" width="605" height="824" class="alignright size-full wp-image-13128" /></a><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Rechtliche und ethische Fragen</strong></p>
<p>MP3-Blogging bringt aber auch Kritiker auf den Plan. Die grossen Massenspeicher, auf denen MP3-Blogs ihre Musik zum Download anbieten, werden immer wieder geschlossen &#8211; aufgrund gerichtlicher Verfügungen wegen Copyrights-Vergehen. Die Blogger verstehen diese Diskussionen um Urheberrechte nur bedingt: Erstens ist die Musik auf ihren Blogs meistens sonst nirgends erhältlich, und zweitens schätzten gerade die heute aktiven Nischenmusiker MP3-Blogs als effektive Promotionsplattformen.</p>
<p>Die meisten Blogger seien Männer, aus den USA und Europa, weiss und heterosexuell, schreibt Portia Seddon in einem wissenschaftlichen Artikel zu MP3-Blogs im Online Magazin «Norient». Kritiker setzen genau hier an: Das sei kultureller Postkolonialismus, neuzeitlicher Audio-Tourismus, oder gar akustischer Rassismus. Europäer und US-Amerikaner plünderten die Musik des Südens.</p>
<p>Die Blogger machen sich zu diesen Fragen durchaus ihre Gedanken. Nick Barbery von «Ghost Capital» sagt, er sei selbstkritisch, und diesen komplexen Fragen gegenüber auch unsicher. Letztlich wolle er aber schlicht neue Klänge aus fernen Ländern freilegen – ob das etwa unethisch sei? Barbery glaubt vielmehr, dass es nicht verboten sein dürfe, globale Musik zu suchen, sie zu erforschen und über sie zu diskutieren.</p>
<p><div id="attachment_13131" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/03/kirkley.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/kirkley.jpg" alt="" title="kirkley" width="605" height="403" class="size-full wp-image-13131" /></a><p class="wp-caption-text">Christopher Kirkley bei einer Aufnahmesession in Nordmali</p></div><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p>Dieser Podcast wurde produziert für Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Siehe <a href="http://www.srf.ch/kultur/musik/musik-blogs-im-internet-mit-trouvaillen-aus-aller-welt" target="_blank">hier</a>. </p>
<p><strong>–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––</strong></p>
<p><strong>Norient Series on MP3-Blogging</strong></p>
<p>Enjoy other Podcasts from our Norient <a href="http://norient.com/tag/mp3-blogs/" target="_blank">Series on MP3-Blogging</a>. </p>
<p>I: SIM Cards from Northern Malli &#8211; about Sahelsounds (<a href="http://norient.com/podcasts/sim-cards-from-northern-mali/" target="_blank">Link</a>)</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F77106586&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p>II: The World at 78 RPM &#8211; about Excavated Shellac (<a href="http://norient.com/podcasts/the-world-at-78-rpm/" target="_blank">Link</a>)</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F79369228&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
<p>III: Enchanting Songs of Thailand &#8211; about «monrakplengthai» (<a href="http://norient.com/podcasts/monrakplengthai/" target="_blank">Link</a>)</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F81038719&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true"></iframe></p>
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		<title>Ein Dreispitz doch kein «spanischer Ton»</title>
		<link>http://norient.com/de/blog/de-falla/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Mar 2013 05:31:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theresa Beyer</dc:creator>
				<category><![CDATA[BLOG]]></category>
		<category><![CDATA[Cante Jondo]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Debussy]]></category>
		<category><![CDATA[Concurso del Cante Jondo]]></category>
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		<category><![CDATA[Flamenco]]></category>
		<category><![CDATA[generación del '98]]></category>
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		<category><![CDATA[Nationalmusik]]></category>
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		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Traditional music]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmusik]]></category>

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		<description><![CDATA[Manuel de Falla aus dem andalusischen Cádiz fällt aus dem Kanon der europäischen Kunstmusik. Sein Ruf scheint sich nach wie vor an dem zu orientieren, was Kritiker vor 100 Jahren für zeitgemäss und «spanisch» hielten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code>Manuel de Falla (1876 - 1946) aus dem andalusischen Cádiz fällt aus dem Kanon der europäischen Kunstmusik. Sein Ruf scheint sich nach wie vor an dem zu orientieren, was Kritiker vor 100 Jahren für zeitgemäss und «spanisch» hielten. Die tänzerische Suiten-Version von «El sombrero de tres picos» ist im Repertoire internationaler Orchester hin und wieder zu finden – so spielt sie auch das European Union Youth Orchestra (Leitung: Vladimir Ashkenazy) am 31. März im Rahmen der Interlaken Classics.</code><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://norient.com/files/2013/03/manuel-de-falla.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/manuel-de-falla.jpg" alt="" title="manuel-de-falla" width="605" height="340" class="alignright size-full wp-image-13143" /></a><br />
&nbsp;<br />
«Er war bescheiden und zurückhaltend wie eine Auster», so erinnerte sich Igor Stravinsky an seinen Komponistenkollegen Manuel de Falla. Auch andere beschrieben den kleinen und hageren Spanier als asketisch und scheu. Die Eigenschaft, die sich allerdings am meisten auf seine Art zu komponieren auswirkte, war wohl sein endloser Perfektionismus. 1925 sprach er darüber wie folgt: «Etwas, das mich dauernd beschäftigt ist, dem innersten Ideal zu entsprechen, es auszudrücken und es zu kristallisieren und nachher diese Anstrengungen keinem zu verraten, als wäre das Ganze eine harmonische Improvisation, aus den einfachsten und sichersten Mitteln entstanden.» Um perfekt zu komponieren und gleichzeitig locker zu wirken, feilte er manchmal jahrelang an einem Stück herum. So erklärt es sich, dass seine Liste an abendfüllenden Werken ziemlich kurz blieb – und er ausserhalb von Spanien ein Exot.</p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/de-falla/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><strong>Von der Pantomine zum Ballett</strong></p>
<p>Die Geschichte zu den Suiten aus «El sombrero de tres picos» zeigt nun, wie schwierig es war, sein inneres Ideal durchzusetzen: Eigentlich wollte de Falla eine Oper schreiben. Anfang des 20. Jahrhunderts war Spanien aber nicht das richtige Land für aufwendige Opernproduktionen. Um mehr Aufführungsmöglichkeiten zu haben, komponierte er also lieber eine Pantomine – ein Bewegungstheater mit dem Titel «El Coregidor y la Molinera» (Der Coregidor und die Müllerin). Nach der Uraufführung in Madrid 1917 nahm er sich jedoch der Partitur erneut an und wandelte sie im Auftrag des russischen Impresarios Sergei Diaghilew zu einem Ballett um. Denn Diaghilevs berühmtes russisches Tanztheater tourte um die Welt und brauchte neuen Stoff. De Falla nannte sein humoristisches Ballett mit Gesangeinlagen nun «El sombrero de tres picos», kurz «El Tricorne» (der Dreispitz). Diesen Titel gibt ihm sein Protagonist, ein Provinzstatthalter, den man in Spanien traditionell an seinem Dreispitz erkennt. </p>
<p>Der Wichtigtuer wirbt um die schöne Müllerin – ihr eifersüchtiger Ehemann lässt sich aber das Dazwischenfunken nicht gefallen und schickt ihn kurzum ins Gefängnis. Die fantasievollen Kostüme für die Uraufführung 1919 in London sowie das avangardistische Bühnenbild stammten von niemand geringerem als dem jungen Pablo Picasso. In vollem Glanze konnte sie de Falla jedoch nicht sehen, denn ein Telegramm rief ihn unverhofft nach Spanien zurück: seine Mutter lag im Sterben. So erfuhr er auch erst später von dem grossen Erfolg seines Stücks, das fortan zum Standardrepertoire der russischen Tanzkompanie gehörte.</p>
<p><div id="attachment_13146" class="wp-caption alignright" style="width: 615px"><a href="http://norient.com/files/2013/03/costume-design-for-ballet-tricorne-1917-1.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/costume-design-for-ballet-tricorne-1917-1.jpg" alt="" title="costume-design-for-ballet-tricorne-1917-1" width="605" height="798" class="size-full wp-image-13146" /></a><p class="wp-caption-text">Pablo Picassos Entwurf für das Kostüm des Coregidor, 1917 (Quelle: www.wikipaintings.org)</p></div><br />
&nbsp;<br />
<strong>Vom Ballett zur Suite</strong></p>
<p>Nach dem Erfolg des Balletts schmiedete de Falla aus dem Ballett ein autonomes Konzertstück, das aus zwei Suiten besteht. Diese konzertante Version büsst die tänzerischen Energien der Ballettversion nicht ein; schwungvoll, hell und unbeschwert bleibt der Charakter der Musik. Und genau wie das Ballett, beginnt auch die erste Suite mit dem berühmten Trommelwirbel, in welchen fröhliche Fanfaren einsetzen. </p>
<p><a href="http://norient.com/de/blog/de-falla/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Und auch das Flair bleibt: hört man «El sombrero de tres picos» brennt einem sofort die spanische Sonne ins Gesicht. Dieses Gefühl entsteht, weil de Falla den andalusischen Flamencostil Cante Jondo in das Werk einwob. Um diesen Vokalstil kennen zu lernen, reiste er rege durch Spaniens Süden, liess sich Volkslieder vorsingen, analysierte sie musikalisch nach ihren byzantinischen Einflüssen und rhythmischen sowie mikrotonalen Strukturen – und fand Inspiration für seine eigene Musik. Beim Einkomponieren dieses Stiles verzichtete er darauf, einzelne Lieder klar erkennbar zu machen, denn genau das hätte er als Volksmusik-Karikaktur empfunden. Zudem wollte er die Musik seiner Heimat nicht festschreiben: «Meiner bescheidenen Meinung nach ist beim Volkslied der Geist wichtiger als der Buchstabe.» </p>
<p>Um diesen lebendigen Geist zu bewahren und die orale Tradierung des Cante Jondo zu fördern, initiierte er 1922 den Gesangswettbewerb «Concurso del Cante Jondo» und fand im Schriftsteller Federico García Lorca einen Verbündeten. Mit seinem Einsatz konterte er der <em>generación del &#8217;98</em>, einer Gruppe von Intellektuellen, zu deren Reformationsideen es gehörte, den Flamenco als frivol und rückschrittlich abzustempeln. Sie wollten ein ein neues Spanien ohne diese Form der traditionellen Musik aufbauen.<br />
<p><a href="http://norient.com/de/blog/de-falla/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><br />
<strong>Zwischen Tradition und Moderne</strong></p>
<p>Die andalusische Volksmusik war aber nicht nur eine Passion von de Falla, er hatte auch ein ganz bestimmte Absicht: so wie Maurice Ravel und Claude Debussy in ihrer Musik einen französischen Ton fanden, wollte de Falla die Musik seines Landes erneuern und einen «spanischen Ton» etablieren. Die Kritiker von De Falla waren aber nicht unbedingt Vertreter des <em>antiflamenquismo</em> der Generation &#8217;98. Denn ihnen war sein Ideal einer Nationalmusik nicht etwa zu konservativ, sondern im Gegenteil zu modern und «zu französisch». Nach der Aufführung des «Tricorne» in Madrid 1921 schimpften die musikalisch-politischen Kreise sogar, er verrate die spanische Kultur. De Falla konnte diese Unterstellungen nicht verstehen: «Niemals zuvor haben die spanischen Komponisten eine derat überzeugende nationale Haltung demonstriert, und trotzdem beschuldigt sie ein Teil der Kritiker des Verrats an gerade diesen Prinzipien.» Ausserhalb von Spanien wurde de Falla hingegen vorgeworfen, er kreiere ein kitschgetränktes Postkartenspanien. Zu viel Spanien in der Musik, zu wenig Spanien in der Musik, Klischees im Kopf und falsche Erwartungen – de Falla bereitete es Kopfzerbrechen, dass er es niemandem Recht machen konnte. Nicht nur seine Selbstkritik zermürbte ihn, auch die Kritik von aussen ging alles andere als spurlos an ihm vorbei. Gut vorstellbar, dass sie den schüchternen Mann noch mehr einschüchterte und er das Herumfeilen an seinen Werken nur noch intensivierte.</p>
<p><a href="http://norient.com/files/2013/03/Spain-franco_bank_notes_0009.jpg"><img src="http://norient.com/files/2013/03/Spain-franco_bank_notes_0009.jpg" alt="" title="Spain-franco_bank_notes_0009" width="605" height="361" class="alignright size-full wp-image-13145" /></a><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Sinfoniekonzert </strong><br />
<a href="http://www.euyo.org.uk/">European Union Youth Orchestra</a><br />
<a href="http://www.interlaken-classics.ch/index.php?section=calendar&#038;cmd=event&#038;id=69">Interlaken Classics</a><br />
31. März 2013, 17.00 h<br />
Congress Centre Kursaal Interlaken</p>
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