Das schweizerisch-libanesische Duo Praed offeriert auf CD ihre Vision der Welt. Am 9.9.2010 mit norient in der Reitschule Bern.
Der Berner Klarinettist und E-Bassist Paed Conca und der libanesische Kontrabassist und Elektro-Akustiker Raed Yassin haben 2006 am Internationalen Festival für Freie Improvisierte Musik «Irtijal» in Beirut zum ersten Mal zusammen gespielt. Seither zeigen sie im Duo Praed auf, was aus einer langen interkulturellen Zusammenarbeit auch entstehen kann: Dichte, collagenartige Musikstücke, bei denen der Zuhörer zunächst einmal sehr wenig versteht.
Die erste CD von Praed startet mit dem Stück «The Man who lost all his Friends (with Japanese Subtitles)» – es ist unterteilt in 34 Abschnitte zwischen 17 und 49 Sekunden. Wir hören zunächst Salven von Gewehrschüssen mit grossem Nachhall. Einer schreit wie am Spiess – oder erbricht er sich? Dazwischen erkennen wir präparierte Kontra- und E-Bässe, virtuose Klarinettenläufe, Elektronika-Sounds, im Loop kreisende Tape-Aufnahmen, die Tonspur aus alten ägyptischen Filmen, politische Reden von Gamal Abdel Nasser und kitschige Popmusik aus dem libanesischen Bürgerkrieg. Zusammengehalten wird dieser akustische Irrsinn durch eine grosse Zahl von Schnitt-, Spiel- und Bearbeitungstechniken. Der Soundtripp steht einerseits ganz im Zeichen der Freien Improvisation, andererseits knüpfen Samples und Patchwork-Ästhetik Links zu Hörerinnerungen aus der arabischen Welt und dem Libanesischen Bürgerkrieg.
Live unterstützen Conca und Yassin ihre Musik mit bewegten Bildern aus arabischen Filmen und TV-Serien.
Die CD ist erschienen bei Creative Source Recordings (2009)









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